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Astor Piazzolla, Nadia Boulanger, Elliott Carter, Philipp Glass u. a.

„Dear Madame“ (A Tribute to Nadia Boulanger)

Astrig Siranossian, Nathanaël Gouin, Daniel Barenboim

Alpha/Note 1 ALP635
(72 Min., 12/2019)

Die französisch-armenische Cellistin Astrig Siranossian wendet sich mit diesem ambitionierten Album-Projekt in Form einer Hommage an eine der ganz großen Gestalten des Musiklebens im 20. Jahrhundert: Zahllose Künstlerinnen und Künstler hat die französische Pädagogin, Komponistin und Pianistin Nadia Boulanger (1887–1979) während ihrer langen Wirkungszeit bei sich empfangen, in ihrem Salon vorgestellt und vielfach maßgeblich für ihre weitere Karriere beraten. Dazu gehören einerseits heute noch aktive Musiker wie unter anderem John Eliot Gardiner oder der auch auf dieser CD vertretene Daniel Barenboim, andererseits große Stars der Vergangenheit wie Astor Piazzolla, Igor Strawinski, Elliott Carter, Philip Glass, Quincy Jones und viele, viele mehr. Astrig Siranossian hat sich aktiv auf Spurensuche begeben und macht die Hörerschaft dieses Albums vertraut mit der vollen Breite des Spektrums von Boulangers Fördertätigkeit. Dabei kommt Boulanger auch selbst als Komponistin zur Geltung: Im Zentrum des Programms stehen drei eigene Stücke für Cello und Klavier, begleitet von Daniel Barenboim, gespielt übrigens auf einem Flügel von Chris Maene, den dieser zusammen mit Barenboim entwickelt hat. Alle anderen Stücke des Programms werden begleitet von Nathanaël Gouin, der gemeinsam mit Astrig Siranossian auch die eingespielten Werke von Glass, Legrand und Jones geschickt für Cello und Klavier arrangiert hat. Die CD wirft, abgesehen von der reinen Freude, die sie beim Hören verursacht, ein helles Licht auf die bereits erwähnte Fördertätigkeit von Nadia Boulanger, womit sie ihren programmatischen Zweck vollumfänglich erfüllt: Wenn „Mademoiselle“ all das, was hier zu hören ist, wirklich geschätzt, unterstützt und teils mit-initiiert hat, dann war sie wahrlich eine ganz, ganz zentrale Inspirationsquelle für die Musik des 20. Jahrhunderts.

Michael Wersin, 21.11.2020



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