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Party of Four

The Royal Bopsters

Motema-PIAS/Rough Trade 39148522
(59 Min., 6/2017–6/2019)

In der Jazzgeschichte gab es unter anderem einen King of Swing, einen Earl, einen Count, einen Duke, einen Prez, einen Dark Prince, eine Empress of Blues und eine Empress of Jazz sowie weitere Adlige ehrenhalber. 1915 schoben sich die Royal Bopsters, ein aus zwei Männern und zwei Frauen bestehendes Gesangsquartett, mit ihrem Debutalbum „The Royal Bopsters Project“ in diese Reihe.
Das Nachfolgeprojekt „Party of Four“ steht diesem Debüt in nichts nach. Wieder konzentriert sich das Quartett auf Klassiker und weniger bekannte Songs aus der Jazzgeschichte; lediglich „Our Spring Song“ stammt von zwei Ensemblemitgliedern, der Sopranistin Amy London und dem Tenor Pete McGuiness. Dieser wiederum wurde als Ersatz für Darmon Meader, den sich das Ensemble für den Erstling bei den New York Voices ausgeliehen hatte, als festes Mitglied ins Ensemble aufgenommen. Auch dass das Ensemble Legenden des Jazzgesangs für die eine oder andere Nummer als Gast aufnimmt, trifft für beide Platten zu. Diesmal verleiht die vom Alter gegerbte, ausdrucksstarke Stimme der 1928 geborenen Sheila Jordan dem Bernstein-Song „Lucky To Be Me“ ein besonderes Flair. Bob Dorough, ein nochmals fünf Jahre älterer Veteran des Jazzgesangs, verwandelte „Baby, You Should Know It“ in eine humorvolle, selbstironische und selbstbewusste, mit einem Lachen endende Lebensbilanz – der Gastauftritt war eine seiner letzten Aufnahmen vor seinem Tod.
Die vierstimmigen Gesangsarrangements verbinden stilistische Nostalgie mit Eleganz. Aus ihnen löst sich in der Hälfte der Stücke jeweils ein Solist; in den übrigen vier verzichtet das Quartett auf Einzelfeatures und setzt auf die Intensität der vier perfekt ineinander verwobenen Stimmen. Im Lauf zweier Jahre, von Juni 2017 bis Juni 2019, entstanden die zwölf Titel bei mehreren Studioterminen. Trotz der großen zeitlichen Abstände wirkt die Disc wie aus einem Guss. So eindeutig, wie es der Name des Ensembles andeutet, ließen sie sich dabei nicht nur von der Bebop-Ära des Jazz inspirieren. Meist swingen Amy London, Pete McGuiness, der Bass Dylan Pramuk und die am am 9. Mai 2020 verstorbene Altistin Holli Ross mit ihrem Begleittrio im Mainstream der Post-Bebop-Ära.

Werner Stiefele, 21.11.2020



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