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Georg Friedrich Händel

„Handel’s Tea Time“ (Arien)

Dorothee Mields, Die Freitagsakademie

dhm/Sony 19439792732
(76 Min., 2/2020)

Dorothee Mields ist wirklich ein bienenfleißiges Lieschen. Kein Jahr vergeht, in dem sie nicht mindestens zwei neue Alben vorlegt. Längst ist die Gelsenkirchener Alte-Musik-Sopranistin so etwas wie die deutsche Emma Kirkby geworden: eine vibratoarme, engelsgleich schwerelose Stimme, obertonreich, zart und doch zupackend, die noch jede Barockarie fein auszuzieren versteht. Ein wenig generisch mutet dagegen inzwischen die Fülle der Mields-Programme an, bunt gemischt, aber dabei auch allzu leicht konsumierbar. Gerade macht sie sich sogar selbst Konkurrenz: Zeitgleich hat sie mit ihrem regemäßigen südafrikanischen Flötenpartner Stefan Temmingh Kantaten von Georg Philipp Telemann eingespielt und lädt bei ihrem Hauslabel mit der fünfköpfigen Freitagsakademie zu „Handel’s Tea Time“. Was natürlich auch an die nun zwei Jahre alte Zusammenstellung „Mr. Handel’s Dinner“ des Schweizer Flötisten Maurice Steger denken lässt.
Sei’s drum, gesellig und kommunikativ war der Barockgroße sicherlich, er wollte ja seine Musik auch kommerziell erfolgreich werden lassen. Und so gibt es jetzt hier statt einem First Flush Darjeeling, Scones und Clotted Cream die beiden Kantaten „Venus & Adonis“ und „Mi palpita il cor“ sowie Ausschnittchen aus den 24 English Songs und den Neun Deutschen Arien. In den Vokalpausen werden diverse Instrumentalwerke statt der Gurkensandwiches offeriert. Als Rausschmeißer fungiert Purcells „O let me weep“. Das alles ist zugleich hervorragend, aber leider auch ein wenig fad und austauschbar gesungen wie musiziert. Gefällige Hintergrundmusik eben. Aber wer weiß, vielleicht ging es bei Georgies Teestunde in London Mayfair, 25 Brook Street wirklich so zu?

Matthias Siehler, 28.11.2020



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