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Antonín Dvořák, Erich Wolfgang Korngold

„A Family Affair“

Edgar Moreau, Raphaëlle Moreau, David Moreau, Jérémie Moreau

Erato/Warner Music 9029524131
(65 Min., 3/2020)

Welch ein Sound! Die vier Geschwister Moreau, die hier auf zwei Violinen, Violoncello und Klavier genau die beiden Werke musizieren, die im 19. bzw. 20. Jahrhundert für diese Besetzung komponiert wurden, präsentieren sich in den ersten Akkorden von Antonín Dvořáks „Bagatellen op. 47“ wahrlich mit erstaunlicher familiärer Eintracht. Eigentlich ist es vor allem der Cellist Edgar Moreau, der sich bis dato einen Namen gemacht hat. Er, gleichzeitig der erklärte Initiator dieses Albums, bekommt dementsprechend auch Gelegenheit, sich im Zentrum des Programms mit zwei Arien-Transkriptionen (Das „Lied an den Mond“ aus Dvořáks „Rusalka“ und „Glück, das mir verblieb“ aus Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“) als Solist, begleitet von seinem Bruder am Klavier, zu präsentieren. Aber lauscht man ebenjenem Bruder Jérémie gleich im Anschluss beim Eröffnen von Korngolds Suite op. 23 (komponiert nur für die linke Hand des Pianisten!), dann ist man doch auch an dieser Stelle überrascht vom technischen wie gestalterischen Potenzial, das hier erlebbar wird. Nach und nach mischen sich dann die Streicher-Geschwister ins Geschehen und bringen der Hörerschaft das selten aufgeführte Stück mit einer Eindringlichkeit nahe, die ihresgleichen sucht. Perfekte Intonationssicherheit bei komplexen Akkordfolgen, leidenschaftliche solistische Episoden – mit der Freude über dieses besondere Werk wächst die Begeisterung über die Moreau-Sprösslinge, die man hier hoffentlich nicht zum letzten Mal gemeinsam hört. Vielleicht sollte eine der Violinen sich nebenher auf der Bratsche vervollkommnen? Es würde sich lohnen.

Michael Wersin, 12.12.2020



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