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Frédéric Chopin

Variationen, Mazurken, Polonaisen, Fantasie op. 49 (Louis Lortie plays Chopin Vol. 6)

Louis Lortie

Chandos/Note 1 CHAN20117
(83 Min., 1/2020)

Mitten hinein in Louis Lorties Chopin-Kosmos: Die vorausgegangenen fünf Folgen der Serie sind dem Rezensenten nicht bekannt. Dafür hat er aber schon manches andere von Lortie gehört und besprochen. Und wie schon oft zuvor in anderen Zusammenhängen kann auch hier gesagt werden: Lortie überzeugt durch die ihm eigene Mischung aus virtuoser Spielfreude einerseits und stets hörbarer gründlicher Durchdringung des Materials andererseits. Gleich die erste der frühen Mazurken op. 6 etwa versteht er bis an die Grenze des für den Hörer Aufzunehmenden auszureizen, indem er unterschiedliche horizontale Verläufe des Klaviersatzes analog hörbar macht. Das ist eine Ansage: Schon der junge Chopin, der sich die bis dato im Westen nicht sehr verbreitete Gattung Mazurka zu eigen machte, packt in die äußerlich unproblematische Tanzform eine Menge satztechnische Komplexität. So etwas konsequent herauszuarbeiten ist eine Gratwanderung – Lortie ist da vollkommen in seinem Element. Stupende technische Brillanz zeigt er später unter anderem in Chopins „Werk 2“ – unter dieser Bezeichnung lobte Robert Schumann einst Chopins Variationen über „Là ci darem la mano“, die gleichzeitig sein eigenes pianistisches Waterloo und das „coming out“ seiner späteren Frau Clara waren, welche den höllisch schweren Zyklus als Zwölfjährige in nur acht Tagen lernte. Lortie präsentiert das fordernde Stück in luzide durchdachter Weise mit funkelnden Fingerfertigkeits-Feuerwerken bei gleichzeitig hochdifferenziertem Farbenspiel. Bravo, bravissimo.

Michael Wersin, 26.12.2020



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