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Ludwig van Beethoven, Anton Eberl u. a.

Gratulations-Menuett, Konzerte für zwei Klaviere u. a. („Beethovens Welt“ Vol. 4)

Duo Tal & Groethuysen, hr-Sinfonieorchester, Reinhard Goebel

Sony 19075929592
(76 Min., 12/2018)

Eigentlich hätte sich Ludwig van Beethovens charmant-höfisches „Gratulations-Menuett“ ja auch sehr gut als Eröffnungstusch für die CD-Reihe „Beethovens Welt“ geeignet, mit der Dirigent Reinhard Goebel 2020 erfolgreich seinen Alternativ-Weg zu den Mainstream-Feierlichkeiten beschritten hat. Aber nun läutet halt, noch rechtzeitig vor dem offiziellen Ende des Beethoven-Jahres, dieses 1822 für den Direktor des Josephstädter Theaters komponierte Orchesterstückchen die 4. Folge ein. Und auf dieses Entrée lässt Goebel diesmal mit dem Frankfurter hr-Sinfonieorchester zwei Konzerte für zwei Klaviere folgen, die sich als Glücksfälle für das qualitativ eher mäßig bestückte Repertoire für diese Besetzung entpuppen. Von 1803 stammt Anton Eberls Concerto B-Dur op. 45. Drei Jahre später schrieb Jan Ladislaus Dussek sein ebenfalls dreisätziges Konzert op. 63. Beide Komponisten, der Ex-Mozart-Schüler Eberl sowie der Böhme Dussek, waren zu Beethovens Lebzeiten in ganz Europa gefragte Komponisten und Pianisten. Dass sie aber während ihrer möglichen Stippvisiten in Wien auf Beethoven getroffen sind, gilt als eher unwahrscheinlich. Nun also werden Eberl und Dussek aus ihrem Randfiguren-Dasein rausgerissen. Nicht nur von Goebel, bei dem das hr-Sinfonieorchester mit strammem Zugriff, aber auch mit sanft-leuchtenden Harmonie-Farben in den (Holz-)Bläsern begeistern kann. An vorderster Stelle macht das Duo Tal & Groethuysen erneut seinem Ruf als einem mit perfekt ineinandergreifender und dabei nuancenreicher Spielfreude gesegnetem Doppel alle Ehre. Und während man beim langsamen Satz im Eberl-Konzert nur allzu gut nachvollziehen kann, warum seinerzeit die Werke Eberls oftmals mit denen von Mozart verwechselt wurden, lauscht man nicht weniger andächtig Dusseks Zauber-„Larghetto“. Für das Finale hat Goebel schließlich noch eine wahre Trouvaille ausgegraben. Es ist die (weltersteingespielte) und extrem bewegungslustig sich durch die Orchesterstimmen tänzelnde Fassung von Corellis Ohrwurm „La Follia“, die 1802 von Joseph von Eybler eingerichtet wurde. Was hat jedoch dieser No-Name aber nun mit Beethoven zu tun? Eybler, so verrät es uns Goebel in seinem erneut spannenden Booklettext, war immerhin wie Beethoven ein Schüler von Antonio Salieri!

Guido Fischer, 02.01.2021



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