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Georg Friedrich Händel

„La Francesina. Handel’s Nightingale“

Sophie Junker, Le Concert de l’Hostel Dieu, Franck-Emmanuel Comte

Aparte/harmonia mundi AP233
(67 Min., 6/2019)

Mit schier makelloser Brillanz wandelt die belgische Sopranistin Sophie Junker auf den Spuren von „La Francesina“, jener extrem koloraturbegabten mutmaßlich französischstämmigen Sängerin, der Georg Friedrich Händel in London einige überaus brillante Arien auf den Leib geschrieben hat. Es ist eine hübsche Koinzidenz, dass Sophie Junker in ihrer eigenen Biografie, die sie am Ende ihrer Ausbildung auch für einige Jahre nach London und dort auch noch näher ans Händelsche Repertoire führte, Parallelen zum Lebensweg von Élisabeth Duparc – so hieß „La Francesina“ mit bürgerlichem Namen – sieht: Junkers Affinität zur mit Duparc assoziierten Musik jedenfalls ist unmittelbar ohrenfällig. Mit weitestgehender Mühelosigkeit meistert sie lupenrein die Trillerketten, Dreiklangsbrechungen und Koloraturpassagen, die Händel von seiner Muse zu hören begehrte. Sophie Junker behält dabei durch die ganze Skala hindurch ihr angenehm warmes, gut abgerundetes Timbre und verliert sich niemals in ein körperloses Gezwitscher, wie es an solchen Stellen andernorts gelegentlich zuhören ist. Diese Art von lyrisch basierter Bodenhaftung und Legatokultur macht den Gesang der Belgierin jedenfalls zu etwas Besonderem – ob ihre legendäre Vorgängerin ähnlich oder ganz anders geklungen hat, wissen wir freilich nicht. Dass Händel an Sophie Junker auch seine Freude gehabt hätte, darf jedoch angenommen werden.

Michael Wersin, 09.01.2021



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