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Johann Sebastian Bach

„Soli Deo Gloria“ (Kantaten BWV 21 & 76, Choralvorspiele)

Maria Keohane, Carlos Mena, Julian Prégardien, Matthias Vieweg, Bernard Foccroulle Collegium Vocale Gent, Ricercar Consort, Philippe Pierlot

Mirare/harmonia mundi MIR 490
(83 Min., k. A.)

Philippe Pierlot ist immer für einen brillanten Bach gut. So auch hier: Die Kantaten BWV 21 und 76 gelingen ihm und seinem Ensemble mit dem natürlichen Charme einer historisierenden Aufführungspraxis „at its best“. Das „Collegium Vocale Gent“ steuert einen Chorklang von bestmöglicher Homogenität und Transparenz bei, das Solistenquartett lässt kaum Wünsche offen. Maria Keohane bedient sich in der Sopranarie aus BWV 21 überraschenderweise kleiner Schluchzer im Anlauten der Worte „Seufzer“, „Tränen“, „Kummer“ oder „Not“ – so radikal haben wir musikalische Rhetorik bisher nicht umgesetzt gehört, aber warum nicht? Julian Prégardiens Bach-Gesang ist genauso pures Gold, wie es derjenige seines Vaters immer war, aber glücklicherweise auf ganz eigenständige Art, die sich jetzt schon langsam zur Unverwechselbarkeit mausert. Schlanke und jugendliche, aber doch auch kernige Bass-Präsenz bietet Matthias Vieweg, und Carlos Menas Counter-Timbre gehört bis heute zu den schönsten überhaupt. Gut ist die programmatische Idee, den Organisten Bernard Foccroulle Choralvorspiele beisteuern zulassen, besonders auch jeweils in der Mitte der zweiteiligen Kantaten. Diese CD macht viel Freude, sie ist ein gelungenes Kleinod auf dem nie endenden Weg zu einer je zeitgemäßen Bach-Interpretation.

Michael Wersin, 20.02.2021



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