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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Denkt man an Fagott-Konzerte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, so fällt einem zuerst Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert B-Dur KV 191 ein. Viele andere Werke aus der Zeit bleiben im Hintergrund, so auch die Kompositionen von Jan Antonín Koželuch. Sergio Azzolini hat sich mit dem Originalklang-Ensemble Camerata Rousseau unter Leitung von Leonardo Muzii zwei Fagottkonzerte des böhmischen Künstlers vorgenommen. Das strahlende C-Dur-Konzert entstand offenbar in den späten 1770er-Jahren. Es verrät den Einfluss von Vorbildern wie Johann Adolf Hasse und Carl Philipp Emanuel Bach und gibt dem Solisten Gelegenheit, durch virtuose Verzierungen sein Können zu zeigen. Koželuchs Fagottkonzert B-Dur, in dem lediglich Streicher das Soloinstrument begleiten, wird hier sogar als Ersteinspielung präsentiert. Azzolini vermutet, es könnte sich um ein Werk von Jan Antons jüngerem Cousin Leopold Koželuch handeln. Dafür spräche beispielsweise das Menuett im letzten Satz, denn Leopold war für seine Ballettmusiken bekannt. Spektakulär an dieser Aufnahme ist auch, dass Azzolini die Stücke auf einem der wenigen erhaltenen Fagotte des in Wien tätigen Instrumentenbauers Kaspar Tauber von etwa 1794 spielt. Jan Antonín Koželuchs Oboenkonzert F-Dur interpretiert Giovanni de Angeli auf der Kopie eines historischen Instruments von Heinrich Grenser aus Dresden. Deutliche Anklänge an Mozart kann man nicht nur im Adagio dieses Konzerts, sondern auch in der ebenfalls auf dem Album vorgestellten g-Moll-Sinfonie von Leopold Koželuch erkennen. Die Camerata Rousseau, die Muzii unter anderem auf Anregung von Musikern der Schola Cantorum Basiliensis ins Leben rief, hat alle Werke auf dieser CD erstmals auf historischen Instrumenten aufgenommen. Eine ergiebige musikalische Entdeckungsreise!

Corina Kolbe, 27.02.2021



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