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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Ludwig van Beethoven, Béla Bartók, Johann Sebastian Bach

„Prism III“ (Streichquartett Nr. 14 op. 131, Streichquartett Nr. 1 op. 7, Fuge BWV 849)

Danish String Quartet

ECM/Universal 002894855417
(77 Min., 11/2017)

Auf fünf CDs ist das Aufnahmeprojekt „Prism“ angelegt, bei dem das Danish String Quartet jeweils eine Bach-Fuge und ein spätes Beethoven-Quartett mit einem Opus aus dem 20. Jahrhundert kombiniert. Und bereits bei den ersten beiden Veröffentlichungen taten sich erstaunliche Verwandtschaftsbeziehungen eben nicht nur zwischen den beiden großen Kontrapunktikern Bach und Beethoven auf. Ihre Modernität wurde im unmittelbaren Dialog mit Quartetten von Dmitri Schostakowitsch bzw. Alfred Schnittke deutlich. Bei „Prism III“ haben die vier Musiker nun Beethovens alle Konventionen sprengendes Streichquartett Nr. 14 op. 131 nicht nur mit der Bach-Fuge BWV 849 kombiniert, die aus dem „Wohltemperierten Klavier“ stammt (das Streicher-Arrangement besorgte Emanuel Aloys Förster). Der Einfluss von Beethovens Opus magnum findet sich in Béla Bartóks Erstlingsquartett op. 7 unüberhörbar wieder. Die Recherche nach solchen musikhistorischen Querverweisen und Verflechtungen mag sich rasch als zahnloser Papiertiger entpuppen, wenn hinten musikalisch nicht das pure Leben herauskommt und Blut durch die Adern und Nabelschnüre fließt. Beim Danish String Quartet muss man sich darüber aber so gar keine Gedanken machen. Nahtlos knüpft man auch mit entsprechender gedanklicher Klarheit und Artikulation an den Geist der beiden Vorgängeralben an. Und dieses ineinander verknotete Wechselspiel aus komplex verdichtetem Konstruktivismus und poetischer Idee macht das Quartett einmal mehr mit einem ungemein körperreichen Ensembleklang plastisch und sinnlich erfahrbar. So muss erzählte Musikgeschichte klingen.

Guido Fischer, 13.03.2021



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