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Alessandro Scarlatti, Francesco Scarlatti, Domenico Scarlatti

Sonate a quattro

Les Récréations

Ricercar/Note 1 RIC 422
(59 Min., 6 & 7/2020)

An dieser CD ist mehreres erstaunlich – beginnen wir deshalb mit einem interpretatorischen Aspekt: Die fulminante Intonationsreinheit, mit der die Streicher von Les Récréations hier allein agieren, sollte so manche klassisch orientierte Streichquartett-Formation beschämen. Allein übrigens spielen die Musikerinnen und Musiker des Ensembles deshalb, weil sie eine Sammlung von generalbasslosen Quartetten Alessandro Scarlattis ins Zentrum ihres Programms gestellt haben. Das ist wahrlich eine Überraschung: Zwischen Consort und Streichquartett – so bemerkt der Beiheftautor treffend – sind diese Stücke angesiedelt, und sie klingen verwirrenderweise manchmal ein wenig wie Purcell, manchmal aber auch wie früher Haydn. Eines der wenigen echten Brücken-Werke der Musikgeschichte, wobei Scarlatti ja den Ort, den die von ihm gebaute Brücke am anderen Ufer treffen sollte, noch gar nicht kennen konnte. Man ist also durch und durch begeistert von diesen jeweils viersätzigen überaus reizvollen „Sonate a quattro senza Cembalo“, die neben traditionell fugierten oder Ricerar-artigen Sätzen auch charmante Menuette enthalten. Ergänzt wird das Programm – und das ist die nächste Überraschung – unter anderem mit Werken von Alessandros Bruder Francesco, der, so wenig bekannt er auch sein mag, sich gleichfalls als Meister präsentiert. Hier wird nun freilich ein Continuo-Instrument gebraucht, und diese Aufgabe wies man, um insgesamt Cembalo-frei zu bleiben, dem Lautenisten Étienne Galletier zu. Eine gute Idee.

Michael Wersin, 08.05.2021



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