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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin, Franz Liszt, Stephen Hough u. a.

„Vida Breve“ (Klavierwerke)

Stephen Hough

Hyperion/Note 1 CDA68260
(78 Min., 12/2018)

Ein ganzes Album voller Abschiedsmusiken – wenn das mal kein gewagtes Konzept ist. Andererseits kommt es nicht nur auf die Programmdramaturgie an, sondern wie in diesem Fall auch auf den Pianisten. Und Stephen Hough gelingt es mit seinem Spiel von Anfang bis Ende, dass man so gar nicht auf nachdenkliche bis verbitterte Gedanken kommt. Allein die finale „Méditation“ von Bach/Gounod lässt er so selig leuchten, wie es vor ihm so nur einem Friedrich Gulda gelungen ist. Mit Bach eröffnet Hough aber auch sein Album. Mit der Klavierfassung der riesigen Chaconne für Violine solo, die Bach wohl im Gedenken an seine erste Frau geschrieben hat. Und sowohl Chopins 2. Klaviersonate wie auch Liszts „Funérailles“ finden in Hough einen großartigen Gestaltungskünstler, dessen Mut zur Pranke aber so gar keinen hochpathetischen Seelenorkan beschwört. Neben der überaus fidelen „Kammer-Fantasie über Carmen“; die Busoni über die Opernmelodien Bizets geschrieben hat, gibt es gleich noch zwei weitere Entdeckungen. So hat Hough das traditionelle Volkslied „Arirang“ ob seiner meditativen Schönheit jetzt für Klavier arrangiert. Und hinter dem Albumtitelstück „Vida Breve“ verbirgt sich Houghs gleichnamige 4. Klaviersonate, die sich mit ihren kontrapunktischen und arabesk-charmanten Anleihen perfekt in dieses musikalisch gar nicht triste Abschiedspanorama einfügt.

Guido Fischer, 15.05.2021



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