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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Johann Sebastian Bach

Drei Hornkonzerte

Radek Baborák, Berliner Barocksolisten

Hänssler CLASSIC/Naxos HC21000
(50 Min., 10/2020)

Radek Baborák, einer der größten Virtuosen auf seinem Instrument, spielt zwar französisches Jagdhorn und das Naturhorn, auch Inventionshorn genannt, aus Haydns, Mozarts und Beethovens Zeiten. Kein Barockhorn. Aber in jedem Ventilhorn steckt ein Naturhorn. Es kommt eben darauf an, wie man es für musikalische Zwecke ausnützt. Und so hat der Tscheche nun auf dem Ventilhorn mit den ebenfalls auf modernen Instrumenten spielenden Berliner Barocksolisten drei Hornkonzerte von Johan Sebastian Bach kreiert, die es eigentlich nicht gibt. Denn es sind nicht nur Adaptionen anderer Solokonzerte, sondern solchen zugrunde liegende ältere, rekonstruierte Versionen für Bratsche oder Oboe d’amore; deren Solostimmen lassen sich nämlich gut für das Horn adaptieren. Zudem gibt es bei Bach keine Tempo- oder Dynamikangaben. Trotzdem ist man natürlich in einem gewissen Klangrahmen. Und so hören sich die durchaus mit einem weichen vollen, ein wenig romantisierenden Elan genommenen, frisch entstandenen Hornkonzerte doch einigermaßen authentisch an. Weil alle ihre barocken Stilistikaufgaben gemacht haben, in der Klangrede harmonisieren und in einen lebendigen, farbenreichen Tondialog treten. Die schnellen Sätze sind gemütlich ausbalanciert, da wird nicht hysterisch gehudelt, die langsamen haben Seele und genießerische Bögen. Und der Kenner hat Spaß, wenn er in dem Adagio des neuen c-Moll-Hornkonzerts den Mittelsatz eines bereits von Bach ausgeborgten und für Cembalo arrangierten Oboenkonzerts von Alessandro Marcello wiederfindet. Denn musikalischer Austausch hatte in der Barockzeit eine große Tradition – sogar europaweit. Auch daran erinnert diese innovative und gleichzeitig traditionsverhaftete Radek-Baborák-CD.

Matthias Siehler, 19.06.2021



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