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Antoine Forqueray, Marin Marais, Robert de Visée u. a.

„Forqueray Unchained“ (Werke für Viola da Gamba)

André Lislevand, Jadran Duncumb, Paola Erdas, Rolf Lislevand

Arcana/Note 1 A486
(62 Min., 2/2018, 4/2019)

Für den französischen Musikchronisten Hubert Le Blanc muss Antoine Forqueray schlichtweg der „Teufel“ unter den Gambenspielern gewesen sein – während hingegen Marin Marais laut Le Blanc seinem Streichinstrument engelsgleiche Züge entlockt habe. Nachprüfen lässt sich das logischerweise nicht mehr. Dafür aber besitzt die Nachwelt von jedem überreich viele Noten, anhand derer man die Bewunderung nur allzu gut nachvollziehen kann, die diese beiden französischen Barockkomponisten zu Lebzeiten auch bei Königs in Versailles genossen. Aus den rund 30 Gambenstücken von Forqueray sowie den Aberhunderten aus der Feder von Marais hat nun der italienische Gambist André Lislevand das Programm „Forqueray Unchained“ zusammengestellt und zu insgesamt drei „Suites Mosaïques“ gebündelt. Nun ist gerade das Werk von Marais schon lange landauf landab en vogue. Aber Lislevand und seine beiden Mitstreiter Jadran Duncumb (Theorbe, Barocklaute) und Paola Erdas (Cembalo) haben nicht nur ein treffsicheres Gespür bei der Auswahl der hier und da eingestreuten Piècen von Robert de Visée bewiesen. Ab den ersten Takten der das Album eröffnenden Chaconne von Forqueray steht unzweifelhaft fest, dass diese Musik tief in der Ensemble-DNA verankert ist. Den ganzen Zauber und Reichtum dieser royalen Gambenepoche bringt schon Lisveland allein an seiner Bass-Viola unvergleichlich luftig, apart, elegant und auch mit einer gewissen glamourösen Brillanz zum Atmen. Dass Lislevand zu solch einem Könner auf der Gambe gereift ist, verdankt sich seinem prominenten Lehrer Vittorio Ghielmi. Dass er aber überhaupt diesen musikalischen Weg eingeschlagen hat, liegt sicher nicht zuletzt am berühmten Vater Rolf Lislevand – der nun auf der Barockgitarre einen gleichermaßen bescheidenen wie exquisiten Gastauftritt hat. Einfach superbe.

Guido Fischer, 26.06.2021



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