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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Philipp Heinrich Erlebach

Lieder

Daniel Guillon, Le Banquet Celeste

Alpha/Note 1 ALP725
(71 Min., 9/2020)

Der aus Ostfriesland stammende Wahl-Thüringer Philipp Heinrich Erlebach war ein (etwas früher geborener) Zeitgenosse von Bach und Händel. Und wie Kollege Telemann zählte er zu den absoluten Fleißarbeitern. Als Erlebach 1714 verstarb, soll er ein riesiges, immerhin rund 2500 Werke umfassendes Konvolut hinterlassen haben. Schade nur, dass davon fast nichts übriggeblieben ist. 1735 wurde beim Brand des Rudolstädter Schlosses der größte Teil von Erlebachs Nachlass vernichtet. Und fraglos ist damit für immer ein wertvoller Musikschatz verlorengegangen. Denn wenn sich darunter auch nur ein Bruchteil einer solchen Musik befunden hat, wie sie die beiden geretteten Sammlungen „Harmonische Freude musikalischer Freunde“ zuhauf bietet, kann man nur zerknirscht sein. Aus diesen beiden Sammlungen hat nun der französische Countenor Daniel Guillon zusammen mit seinem Alte-Musik-Ensemble Le Banquet Celeste Vokal- und Instrumentalstücke ausgewählt, die Erlebach als ungemein erfindungsreichen Schöpfer von zartesten und lieblichsten Melodien ausweisen.
Mit „Lieder“ ist dieses Erlebach-Album betitelt. Dabei sind die acht Vokalwerke eher an der Arien-Form angelehnt. So sehr der Mensch in den Texten in den Fängen irdischer Nöte und Schicksalsschläge steckt – dank Erlebach, aber auch dank Damien Guillous wundervoll sanft dahinströmender Stimme scheint der Himmel zum Greifen nah. Und auch die beiden eingestreuten, vom italienischen Geist geküssten Trio-Sonaten ragen meilenweit aus der Masse all der schematischen Trio-Sonaten heraus, wie sie damals landauf, landab geschrieben wurden.

Guido Fischer, 03.07.2021



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