home

N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



Responsive image

Silent Dancer

Dejan Terzic Axiom

CamJazz/hm - Bertus CAMJ7962-2
(59 Min., 3/2020)

Eine Band mit Musikern aus Deutschland, Frankreich, Kalifornien und New York, die in Norditalien ein Album einspielt – das war im März 2020 ein Wagnis, dessen Hotspot-Gefährlichkeit den Beteiligten erst später so richtig bewusst wurde.
Wer will, kann aus „Silent Dancer“ durchaus ein diffuses Gefühl der Bedrohung heraushören. Was aber auch daran liegen mag, dass es die Spezialität des in Berlin ansässige Drummers Dejan Terzic und seiner exzellent besetzten Formation Axiom (mit Chris Speed am Sax, Bojan Zulfikarpašić an den Tasten und Matt Penman am Bass) ist, für eine ständige Spannung im Zusammenspiel zu sorgen.
Verantwortlich dafür sind nicht zuletzt die Kompositionen des Bandleaders. Sie basieren zumeist auf wiederkehrenden rhythmischen Motiven, über die sich abstrakte Melodielinien winden wie träge exotische Schlangen. Sie geben den Ausführenden viel Raum für eigensinnige Rhapsodik: Saxofonist Speed seufzt und schmeichelt, zitiert Coltrane und lässt auch mal unterdrückte Wutschreie los. Bassist Penman wiederum bringt sein Instrument in balladesken Nummern wie dem Titeltrack „Silent Dancer“ oder „Reve de Voler“ zum sonoren Singen, während Zulfikarpašić an vielen Orten gleichzeitig zu Hause sein scheint. Gerade noch wähnt man ihn als romantischen Impressionisten im Geiste von Maurice Ravel oder Bill Evans, dann lässt er plötzlich im Stück „Outcry“ das Rhodes verzerrt knurren wie eine E-Gitarre.
Was einen unweigerlich zu Terzics großer Sensibilität als Trommler führt. Denn nicht selten fühlt man sich bei seinen Drum-Pattern an handfesten Rock oder auch mal poppige Backbeats erinnert. Jedoch gestaltet der Schlagzeuger diese Figuren mit so viel Geschmack und Feinsinn aus, dass sie niemals zu Klischees gerinnen. Zwar handelt es sich bei dem „Silent Dancer“ im Titel um Terzics Tochter, doch auch der Vater ist ein großer Meister des stillen Tanzes auf Fell und Metall.

Josef Engels, 10.07.2021



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Zum Warmwerden: Von Tenören, die gerne auf der Rasierklinge zwischen Kunst und Kommerz reiten, ist es ja bekannt. Das aber auch Instrumentalisten „ihr“ Weihnachtsalbum aufnehmen, hat Seltenheitswert. Zumal, wenn es auch noch so glückt wie im Fall des Harfenisten Xavier de Maistre. Der verbindet gleich mehrere Programmideen. So ist dieses Album nämlich nicht nur Begleitmusik fürs Weihnachtszimmer, sondern auch eine Verneigung vor einem großen Kollegen unter den Konzertharfenisten, […] mehr


Abo

Top