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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Dmitri Schostakowitsch, Ronald Stevenson

„On DSCH“ (Präludien und Fugen)

Igor Levit

Sony 19439809212
(240 Min., 2–9/2020) 3 CDs

Man staunt – und hat Angst. Beides zugleich. Vor der Stringenz, der geistigen Durchdringung – hellwach, komplex, beziehungsreich, sogar witzig –, die diese Musik in heißen Wellen aussendet. Und die doch höchste Aufmerksamkeit erfordert. Beim Hörer wie beim Spieler. Und um letzteren wird es einem ein wenig bang. Weil sich Igor Levit auf seiner jüngsten Trippel-CD, es ist seine fünfte für Sony, einfach keinerlei Auszeit, null Entspannung, Loslassen, Laufen können gönnt. Da geht es immer um alles oder nichts. Maximale Leistung ist hier gefordert, in fast jeder Note. Das macht auch das Hören zu einer durchaus schönen Tortur. Denn nach einer vergleichsweise ruhigen, doch auch streng konzipierten, den Post-Lockdown spiegelnden letzten Veröffentlichung mit Bach-Choralvorspielen in wechselnden Bearbeitungen, Werken von Reger und Feldman wird es nun wieder richtig Hardcore. Levit, umstritten, meinungsumtobt, selbst beständig auf Angriff gepolt, greift neuerlich nach Allerschwerstem, Höchstmöglichem: zunächst nach den 24 Präludien und Fugen op. 87 von Dmitri Schostakowitsch, die Auseinandersetzung des Mittvierzigers mit Bach, dem Stalinismus und sich selbst. Levit inszeniert das selbstredend ebenfalls als radikal nackte Innenschau, herb-kantig und gleich wieder von einer luziden Abgeklärtheit. Er zwingt einen zum Dabeisein, Mitreisen, Mitgrübeln. Nie will er überwältigen, er lädt ein zu seinem anspielungsreichen Trip durch die Tonarten und Strukturen – aber man kann eigentlich nicht absagen. Und so wie sich der 34-jährige Pianist zum Anwalt des jüngst verstorbenen Frederic Rzewski und seines Variationenmonsters über „The People United“ aufschwang, so bereitet er nun auf seinem Album die Bühne für die 1963 uraufgeführte, über 80-minütige Schostakowitsch-Hommage „Passacaglia on DSCH“ des halbvergessenen Schotten Ronald James Stevenson (1928–2015). Die drei Teile umfassen eine Barocksuite, drei Variationssätze und eine jagende Triple-Fuge sowie Charakterstücke wie Walzer, Pibroch, Fandango und einen sinfonischen Marsch. Das tönt kompliziert kontrapunktisch wie massiv akkordisch, oft dicht chromatisch. Und laugt aus, überwältigt total. Weshalb die Angst bleibt …

Matthias Siehler, 11.09.2021



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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