home

N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



Responsive image
Camille Saint-Saëns

„La Princesse jaune“, „Mélodies persanes“

Judith van Wanroij, Mathias Vidal u. a. Orchestre National du Capitole de Toulouse, Leo Hussain

Bru Zane/Note 1 BZ1045
(80 Min., 2/2021) CD + Buch

Darf man eine asiatisch aussehende Frau als „gelbe Prinzessin“ bezeichnen? Als Camille Saint-Saënsʼ Einakter „La Princesse jaune“ 1872 in der Opéra-Comique in Paris uraufgeführt wurde, war „political correctness“ noch kein Thema. Wer dies heute moniert, sollte den mildernden Umstand gelten lassen, dass Léna ihre Rivalin aus purer Eifersucht als „Tochter Satans mit Safran-Teint“ schmäht. Das auf die französische Romantik spezialisierte Musikzentrum Palazzetto Bru Zane in Venedig hat das lang vergessene Werk jetzt in einer Schmuckedition herausgebracht. Die Wiederentdeckung lohnt sich. Der „Wagnerianer“ Saint-Saëns garniert seine Musik, ganz dem Zeitgeschmack entsprechend, mit japanisch anmutenden Harmonien – und dies schon viele Jahre vor Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“. In den Duetten von Léna und ihrem Cousin Kornélis, der sich hoffnungslos in das Bild einer Japanerin verknallt hat, mischen sich fernöstliche Klänge etwa mit einem schwungvollen Walzerrhythmus, der dem Pariser Publikum bestens vertraut war. Die niederländische Sopranistin Judith van Wanroij und der französische Tenor Mathias Vidal tragen den Liebeskonflikt mit viel Verve aus. Begleitet werden sie vom Orchestre National du Capitole de Toulouse unter Leo Hussain. Als Kornélis schließlich aus einem Drogenrausch erwacht, steuert die turbulente Geschichte doch noch auf ein Happy End zu. Wer des Französischen mächtig ist, wird die zahlreichen gesprochenen Passagen besonders goutieren. Auf die Kurzoper folgen die „Mélodies persanes“ – Miniaturen, in denen der Komponist seiner Vorliebe für Exotismus ebenfalls freien Lauf lässt. Palazzetto Bru Zane präsentiert hier eine Neubearbeitung, aus der die Chorszenen getilgt wurden. Der Fokus liegt ganz auf sechs Sängern unterschiedlicher Stimmlagen und der ausdrucksstarken Orchestrierung.

Corina Kolbe, 25.09.2021



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


Abo

Top