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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Miłosz Magin

„Zal“ (Konzerte, Vocalisen, Stabat Mater u. a.)

Lucas Debargue, Gidon Kremer, Kremerata Baltica

Sony 19439870312
(76 Min., 2/2019)

Gidon Kremer besitzt bekanntlich eine Vorliebe für Musik, die ohne den Umweg über den Verstand direkt ins Herz und sentimental veranlagte Gemüt schießt. Auf den wahren, echten, nicht von irgendwelchen kompositionstechnisch ambitionierten Versuchen verunreinigten Ausdruck kommt es dem eigensinnigen Stargeiger an. Nach Kremers jüngstem Engagement für den polnischen Schostakowitsch-Freund Mieczysław Weinberg hat er sich jetzt für die Musik des ebenfalls in Polen geborenen und in Paris gestorbenen Miłosz Magin (1929–1999) erwärmen können. Zusammen mit dem französischen Pianisten Lucas Debargue, der die Musik Magins schon als Student kennengelernt hat, haben Kremer und sein Ensemble Kremerata Baltica ein abwechslungsreiches Porträt-Album aufgenommen. Aus dem Zeitraum 1963 bis 1985 stammen die Kammermusikwerke sowie Konzerte für Violine bzw. Klavier, Streicher und Pauken. Und direkt mit dem Andante für Violine und Klavier stehen die Zeichen auf Nostalgie. Wie ein Albumblatt aus ferner Zeit weht dieses erst aparte, dann bewegungslustige Stück hinein und lässt Gedanken an Ravel wachwerden. Überhaupt tauchen im Laufe des Programms immer wieder die für Magin wahrscheinlich wegweisenden Komponisten auf – wie in dem motorischen, an Schostakowitsch angelehnten Klavierkonzert oder in dem Violinkonzert mit seiner rustikalen Folklore à la Bartók. Das finale „Stabat Mater“ für Streicher und Pauken schließlich erinnert mit seinem dauerflehenden Gestus an Mahler. Und wenngleich man auch hier eine eigene Handschrift vermisst – unberührt lässt Magins Musik einen nicht.

Reinhard Lemelle, 02.10.2021



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