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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Camille Saint-Saёns

Cellokonzert Nr. 1, Sinfonie Nr. 1, Bacchanale

Astrig Siranossian, Philharmonie Südwestfalen, Nabil Shehata

Alpha/Note 1 ALP764
(61 Min., 1/2021)

Auf halber Strecke zwischen Köln und Marburg liegt im Südwestfälischen der Ort Siegen. Und auch wenn hier immerhin die Brüder Fritz und Adolf Busch geboren wurden, so ist Siegen überregional nicht gerade als Musikstadt bekannt. Das könnte sich aber nun ändern. Denn die bislang grundsolide musizierende Philharmonie Südwestfalen hat seit 2019 mit dem Deutsch-Ägypter Nabil Shehata einen neuen Chefdirigenten, der innerhalb kurzer Zeit auch mit spannenden Programmen von sich reden machte, die bis in die Gegenwartsmusik etwa eines Jörg Widmann reichen. Für das gemeinsame Debütalbum haben sich die Philharmonie Südwestfalen und Nabil Shehata nun Camille Saint-Saёns gewidmet, der vor genau vor 100 Jahren verstorben ist. Mit dem 1. Cellokonzert sowie dem „Bacchanale“ aus dessen Oper „Samson et Dalila“ sind zwei der meistgespielten Werke zu hören. Kaum bekannt ist dagegen die 1. Sinfonie op. 2 des erst 17-jährigen und doch schon äußerst frühreifen Saint-Saёns. Denn in den vier Sätzen hatte er 1853 Einflüsse von Berlioz, aber auch von Carl Maria von Weber zu einer hochromantischen Klanglandschaft verarbeitet, die jenseits allen Epigonentums bis ins letzte (Horn-)Detail beeindruckt. Und großartig fulminant: das hymnische Finale, das auch als Sahnehäubchen auf jeder kaiserliche Krönungszeremonie funktioniert hätte. Die Philharmonie Südwestfalen kann hier mit Glanz und Eleganz auftrumpfen, bevor man bei der „Bacchanale“ dann mit Verve und Orientalismen loslegt. Zu Beginn des Albums stellt sich hingegen die französische Cellistin Astrig Siranossian als Solistin des Konzerts genau so vor, wie man es sich nur wünschen kann: in bester, weil einvernehmlicher Partnerschaft mit dem Orchester setzt sie vorrangig auf die empfindsamen und kostbaren Schönheiten dieses oftmals nur als Virtuosenstrecke missbrauchten Konzerts. Rundum: Tolle Platte.

Guido Fischer, 16.10.2021



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