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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Anton Bruckner

4. Sinfonie

Bamberger Symphoniker, Jakub Hrůša

Accentus/Naxos ACC30533
(274 Min., 11/2020) 4 CDs



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Anton Bruckner

4. Sinfonie

Wiener Philharmoniker, Christian Thielemann

Sony 19439914112
(70 Min., 8/2020)



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Nicht dass an der Bruckner-Kompetenz der Bamberger Symphoniker bisher zu zweifeln gewesen wäre. Aber die sowieso populärste 4. Sinfonie des Meisters aus St. Florian dürften sie gegenwärtig so gut kennen wie sonst kein Klangkörper. Haben sie doch im letzten Lockdown-November unter ihrem begeisternden Chefdirigenten Jakub Hrůša im Joseph-Keilberth Saal an der Regnitz gleich alle drei, zwischen 1874 und 1889 entstandenen Versionen des f-Moll-Opus eingespielt; plus den (eine vierte CD füllenden) Varianten sowie dem alternativen „Volksfest“-Finale – alle herausgegeben von Benjamin Korstvedt. Man kann das als philologische Spielerei abtun, die freilich als Blick in die musikalische Werkstatt die Ohren öffnet. Aber ganz egal, ob man das neue Scherzo oder das revidierte Finale in welcher Fassung auch immer anhört, stets überzeugt der klare, warme, natürliche Klang dieses feinsinnigen Orchesters, das so deutlich mit seinem Chef harmoniert. Deshalb ist dieser Bamberger Bruckner hell, biegsam, menschlich – „romantisch“.
Weiter voran schreitet auch das luxuriös-prestigereiche Vorhaben aller Bruckner-Sinfonien mit den Wiener Philharmonikern unter Christian Thielemann. Dort ist man ebenfalls bei der 4. angekommen, eingespielt im Sommer 2020 live bei den Salzburger Festspielen – in der bewährten Haas-Ausgabe der 1881-Version. Und seltsam, obwohl Thielemann und Hrůša fast auf die gleiche Spielzeit kommen, klingt Thielemann in seiner zweiten Einspielung (nach der mit der Dresdner Staatskapelle) ungerührt und routiniert, im besten, aber eben auch ein wenig langweiligen Sinne. Der mit einer abwärts gerichteten Quinte startende Architekturabriss wird fein kammermusikalisch ausmusiziert. Nie klingt es monumental, aber trotzdem kommt man dröge kaum vom Fleck. Eleganz ist hier vorhersehbar, Ausgewogenheit tödlich für jede Art von Überraschung oder vibrierender Vorahnung. Bei den Bambergern hört man die, bei den Wienern ist da nur de-Luxe-Klangverwaltung.

Matthias Siehler, 22.10.2021




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