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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Jean-Marie Leclair, Jörg Widmann, Maurice Ravel, Iannis Xenakis, Johann Sebastian Bach u. a.

„Sol & Pat“ (Duos für Violine und Violoncello)

Patricia Kopatchinskaja, Sol Gabetta

Alpha/Note 1 ALP757
(80 Min., 8/2014, 8/2018)

Es war schon vom Konzept her klar: Wenn solche zwei Starkstrom-Musikerinnen ihre Köpfe bzw. ihre Instrumente zusammenstecken, kann daraus nur Musik wie das pralle Leben herauskommen. Und gleich im allerersten Stück dieser Klangabenteuerroute, die von der gepflegten Barockmusik eines Johann Sebastian Bachs bis in die urwüchsig-wilden Ecken des Balkans geht, lassen die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Cellistin Sol Gabetta keinen Zweifel, was einen bis zur 81. Minute erwarten wird. In einem „Tambourin“-Tanz des Franzosen Jean-Marie Leclair galoppieren die beiden mit ihren Bögen und mit der Seele waschechter Volksmusikantinnen da über die Saiten. Und fast wie ein zeitgenössisches Double davon wirkt danach die sich rasant verzweigende „Toccatina all´inglese“ aus den „24 Duos für Violine und Cello“ von Jörg Widmann. So hautnah können sich Alte und Neue Musik eben auch sein. Überhaupt sorgen Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta nicht mit ihrem atemberaubend blinden Verständnis füreinander für ein völlig neues Level auf der „Duo“-Richterskala. Neben den mehrsätzigen Klassikern von Ravel und Kodály gibt es stets kleine Überraschungen auch mit großem Spaßfaktor. Auf ein Pizzicato-„Presto“ von Bach-Junior Carl Philipp Emanuel folgt „Rizoma“, eine schillernd schimmernde Elegie vom Zeitgenossen Francisco Coll. Und vom visionären Klangraum-Architekten Iannis Xenakis erklingt ein Stück, in dem sich seine rumänischen Wurzeln entdecken lassen. Und auch das feiern Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta selbstverständlich mit ihrem angeborenen Temperament.

Guido Fischer, 11.12.2021



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