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Georg Friedrich Händel

Il duello amoroso - Weltliche Kantaten

Andreas Scholl, Hélène Guilmette, Accademia Bizantina, Ottavio Dantone

harmonia mundi HMC 901957
(72 Min., 8/2005) 1 CD

Andreas Scholls neue CD entführt den Hörer einmal mehr in die eigentlich "heimatliche" Sphäre seiner Stimme: nach Arkadien bzw. in die Gattung bukolischer Liebesdichtungen und ihrer barocken Vertonungen. Dass der 21-jährige Händel zu diesem Genre während seines vierjährigen Italienaufenthaltes einige der hinreißendsten Beiträge geliefert hat, zeigen die vier hier eingespielten weltlichen Kantaten, die der "caro Sassone" im Auftrag weltlicher und geistlicher Potentaten schuf, um deren allwöchentliche "Conversazioni", die sonntäglichen Vergnügungen, musikalisch zu würzen.
Ach, wäre man doch nur römischer oder neapolitanischer Bischof gewesen! Es muss ein wahrhaft aristokratisches Vergnügen gewesen sein, den antik-mythologischen Liebesspielen um den begierigen und listenreichen Cupido und seine Opfer, Schäferinnen und Nymphen lauschen zu können. Vor allem, wenn das Geschehen derart "listenreich" mit allen Gestaltungsfinessen barocker Affektkunst in Szene gesetzt wurde wie hier von Scholl, Hélène Guilmette und der solistisch besetzten, so subtil wie lustvoll aufspielenden Accademia Bizantina.
Der glockenhelle und höchst bewegliche Sopran der jungen Frankokanadierin passt wunderbar zu jener Amarilli, die in der Duettkantate "Il duello amoroso" gleichermaßen leidend wie unerbittlich dem zudringlichen Daliso Mores weist. Es dürfte der Nymphe allerdings ziemlich schwer gefallen sein, denn Scholls stimmlichen Verführungskünsten ist kaum zu widerstehen: so klar fokussiert und doch voller Schmelz, so geschmeidig große Legatobögen zeichnend und gleichzeitig federnd leicht, so akribisch genau in den hochvirtuosen Verzierungen und 16telläufen und vor allem so leidenschaftlich erregt und erregend in der Textausmalung. Mit diesen Mitteln hat dieser Cupido alle Chancen der Welt, seine Ziele doch zu erreichen. Die Hörer dürften ihm auf jeden Fall verfallen.

Christoph Braun, 31.03.2007



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