home

N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Responsive image
Nathan Kolosko, Nicolas Meunier, Giorgio Mirto u. a.

„Light Blue“ (Werke für Gitarre und Violoncello)

Edenwood Duo

Et’Cetera Records/hm-Bertus KTC 1724
(60 Min., k. A.)

Es ist ein Kreuz mit den Kategorien. Klassikkenner schütteln den Kopf: Obwohl ein Cello und eine klassische Gitarre beteiligt sind, müssen die Stücke noch lange nicht in den Bereich der klassischen Musik fallen. In den Bereich der Neuen Musik oder der Popmusik, des Jazz oder des Folk passt das Edenwood Duo noch weniger, denn für die erste Kategorie sind die Stücke viel zu melodiös und harmonisch, für die zweite fehlt der feste Beat, für die dritte die Improvisation und für die vierte die Basis in irgendeiner der vielen Volksmusiken dieser Welt. Über all dies erhaben sind die sechs niveauvollen, anspruchsvoll unterhaltenden, angenehm zu hörenden Stücke in der Interpretation der Gitarristin Catherine Struys und des Cellisten Wouter Vercruysse.
Obwohl die Stücke von sechs Komponisten stammen, fügen sie sich dank einer geschickten Titelfolge scheinbar nahtlos aneinander. Die drei „Episodics“ von Nathan Kolosko wandern von Melancholie zu beschwingter Seligkeit mit stellenweiser Rock-Unterfütterung. Nicolas Meuniers „Sérénade“ vereint die Instrumente in einem zarten Wechsel von Dialogen und enger Umarmung, während die Gitarre in Giorgio Mirtos „Light Blue“ hauptsächlich die Kantilenen des Cellos untermalt. Asgeir Aarøens „Strings of Silence“ verbindet unbegleitete Passagen und zartes Zusammenspiel. Für vier Traumreisen zwischen Energie und Melancholie nutzt Mathias Duplessys viersätzige „Sonate pour guitare et violoncelle en quartre rêves“ die Vielfalt der Klang- und Spielmöglichkeiten beider Instrumente: die spannendste Viertelstunde der Disc. Zum Abschluss meditiert das Duo mit Armand Coecks „Canticum Maris“ über das leise Auf und Ab kleiner Wellen an einem ruhigen, trubelfreien Sandstrand. Wie war das nun mit den Kategorien? Eigentlich spielt das Edenwood Duo genau jene Musik, mit der Klassikfestivals den Reigen der Großen Meister durch Ausflüge in eine heitere andere Welt garnieren: Schöne Musik mit hohem Genusswert.

Werner Stiefele, 19.03.2022



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


Abo

Top