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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Francis Poulenc, Maurice Ravel, Claude Debussy, Camille Saint-Saёns

„Lumière“

Céline Moinet, Florian Uhlig, Sophie Dervaux

Berlin Classics/Edel 0302673BC
(74 Min., 9/2020)

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erfuhr die Oboe, die in der Barockzeit schon einmal ausdrucksstarkes Sprachrohr zentraler Affekte in Kirchenmusik und Oper gewesen war, eine zunächst zögerlich beginnende Renaissance als Kammermusik-Instrument. Auf französischem Boden war es zum Beispiel Camille Saint-Saёns mit seiner Sonate für Oboe und Klavier, der dem Instrument zu neuer Geltung verhalf. Später dann begeisterte Francis Poulenc mit seinem Trio für Oboe, Fagott und Klavier und vor allem mit seiner späteren Oboensonate: Hatte Saint-Saёns mit der gemessenen Klassizität seiner Sonate das Instrument zunächst als distanziert elegant vorgestellt, so griff Poulenc sowohl mit seinen elegischen wie auch mit seinen komödiantisch-grotesken Sätzen in voller Breite auf das faszinierende Ausdrucksrepertoire der Oboe zu: Er verstand es, ihr auf geniale Weise eine ideale Bühne zu bieten. Hierzu kongenial agiert Céline Moinet mit ihrem wundervollen Ton, mit ihrer grenzenlosen Flexibilität und Virtuosität, mit der auf allen Ebenen zu verortenden grenzenlosen Biegsamkeit ihres interpretatorischen und ihres technischen Ansatzes. Unter Moinets Fingern und durch ihren Atem mutiert die „Oboe“ vom Musikinstrument zum zeitenüberspannenden Ereignis, man imaginiert den antiken Aulos oder die Schalmei der Hirten zugleich mit dem hochverfeinerten, parfümierten Finish der modernen Oboe – eine Welt öffnet sich. Maßgeblich beteiligt an diesem Gesamterlebnis sind auch Florian Uhlig am Klavier und Sophie Dervaux als Fagott-Partnerin. Geschickt gefertigte Bearbeitungen nach Maurice Ravel und Claude Debussy ergänzen sinnvoll das Kernprogramm und tragen dazu bei, dieses Album zur ungetrübten Freude für die Hörerschaft zu machen.

Michael Wersin, 26.03.2022



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