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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Es ist immer noch Luft nach oben. Obwohl man hier eine der schönsten Tenorstimmen, stilistisch fein geführt und im richtigen, nämlich dem französischen Repertoire hören darf. Freilich liest sich die Komponistenliste mit Puccini, Donizetti, Verdi, Spontini, Cherubini, Mascagni rein italophil. Da sie alle als Italiener in Paris für die „Grand Boutique“, die staatlich subventionierte Opéra national oder ihre streng nach Gattungen getrennten Bühnenrivalen, das Théâtre des Italiens, die Opéra-Comique oder das Théâtre de la Renaissance geschrieben haben. Oder für die italiennahe Bijoux-Opéra in Monte-Carlo. Schließlich war Paris im 18. Jahrhundert die Opernhauptstadt der Welt, in der sich erst recht die Italiener beweisen wollten. Was auf den nachrevolutionären Boulevards unter Napoleons Auspizien begann mit dem anverwandelten Klassizismus eines Spontini und Cherubini, und was dann mit damals noch in der Landesprache gesungenen, also übersetzten Puccini-Opern (für die „Madama Butterfly“ verfertigte er sogar selbst eine französische Fassung) und dem französischen Verismo-Reißer „Amica“ von Mascagni Anfang des 20. Jahrhunderts endete. Benjamin Bernheim mit seinem metallischem Stimmkern, den sicheren hohen Cs (sogar Ds – mit voix mixte – gibt es zu hören) liegt in diesem Repertoire goldrichtig. Auch die stilistische Hilfe der bestens ausgepriesenen Experten der Stiftung Palazzetto Bru Zane hört man. Ausgerechnet das Orchestra del Teatro Comunale di Bologna unter dem idiomatischen Frédéric Chaslin ist instrumental aufgeboten. Einige, wenige Verhärtungen wünschte man sich geschmeidiger gelöst, ansonsten segelt man zwischen Rarem und Bekanntem harmonisch mit ins Traumland der Tenöre. Superb!

Matthias Siehler, 09.04.2022



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