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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Clara Schumann, Emilie Mayer, Rebecca Clarke, Nadia Boulanger, Kathleen Tagg

„This Be Her Verse“ (Lieder)

Golda Schultz, Jonathan Ware

Alpha/Note 1 ALP799
(59 Min., 4/2021)

Diese Sängerin (wenn man es mit ihrer Vitellia im Salzburger „Titus“ vor fünf Jahren vergleicht) macht auf CD einen noch viel besseren Eindruck. Vorzügliche Textverständlichkeit, schöne Stimme, dazu eine leichte Dünnhäutigkeit und interpretatorische ‚Durchlässigkeit‘ und Sensibilität. Vom ersten Clara Schumann-Ton an nimmt sie für sich ein. Bei deren „Liebst du um Schönheit“ und „Lorelei“, ähnlich beim „Erlkönig“ und „Du bist wie eine Blume“ von Emilie Mayer, hört man vertraute Texte. Die Lieder von fünf sonst deutlich unterrepräsentierten Komponistinnen bilden ein (dreisprachiges) Füllhorn von vorbildlichem Entdeckungswert.
Rätselhaft, dass man Werken wie „Warum willst du and’re fragen“ oder „Am Strande“, bei denen Clara Schumann keinerlei Vergleich zu scheuen braucht, nur so selten begegnet. Dies ist die beste Aufnahme dieser vier Lieder aus op. 12 (abgesehen nur von Überschneidungen mit einer Auswahl von Barbara Bonney vor 20 Jahren). Weltersteinspielungen sind die je vier Lieder von Nadia Boulanger und Rebecca Clarke vielleicht nicht – aber sie wurden niemals besser, mit durchaus dramatischerem Potential aufgenommen. Titelgebend für das Album: der kleine Zyklus „This Be Her Verse“ von Kathleen Tagg.
In den unteren Registern verfügt der Sopran der Südafrikanerin über mehr Gerbstoffe als andere Sängerinnen, was bei Clarkes „The Tiger“ leicht irritieren kann. Im Lauf des Albums scheint ein leichter Spannungsabfall bemerkbar, der erst am Schluss wieder verfliegt. Jonathan Ware am Klavier dialogisiert auf Augenhöhe. Fraglos ein überfälliges, hochgradig erfreuliches Debüt.

Robert Fraunholzer, 09.04.2022



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