Responsive image
Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzerte für Violine, Klavier und Streicher

Rainer Kussmaul, Andreas Staier, Concerto Köln

Teldec/Warner Classics 0630-13152-2
(71 Min., 12/1996) 1 CD

Hätte Mozart länger gelebt, hätte er ihn noch erleben können und sich mit diesem dreizehnjährigen Knaben vielleicht sogar ganz gut verstanden - von Wunderkind zu Wunderkind gewissermaßen. An der Musik, die Felix Mendelssohn-Bartholdy in jungen Jahren schon aus der Feder floß, hätte jedenfalls auch der sechsundsechzigjährige Wolfgang Amadé noch seine helle Freude gehabt, denn das Klavierkonzert in a-Moll aus dem Jahr 1822 und das Doppelkonzert für Violine und Klavier d-Moll aus dem folgenden Jahr atmen immer wieder deutlich den Geist der Wiener Klassik.
Das muntere Finale des Klavierkonzerts, vor allem aber die ungemein sangliche Melodieführung des langsamen Satzes im Doppelkonzert verraten, wo der junge Mendelssohn immer wieder hörend und studierend gelernt hat: bei den großen Alten. Besonders fasziniert das polyphone Temperament Mendelssohns, das hier allenthalben schon aufblitzt - kein Wunder, dass gerade er einmal Bach wiederentdecken sollte.
Intelligente Musik also für intelligente Interpreten: Concerto Köln, die schon seit längerem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert heimischen Experten für (nicht ganz so) Alte Musik, ergänzen sich da vortrefflich mit dem Geiger Rainer Kussmaul und dem Hammerpianisten Andreas Staier. Die Stradivari des Konzertmeisters der Berliner Philharmoniker muß man nicht eigens loben, die Klangfülle, Brillanz und den Farbenreichtum des 1825 gebauten Wiener Hammerflügels, den Staier für diese Aufnahme ausgewählt hat, schon. Eine rundum gelungene Produktion.

Stefan Heßbrüggen, 01.05.1998



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ironie, Satire, Persiflage: Es sind die wohl schwierigsten Kommunikationsformen überhaupt. Und noch mehr, wenn es um musikalische Kommunikation geht. Denn hier ist selten einfach das gemeint, was offensichtlich ausgedrückt wird, sondern meist eine Haltung des Komponisten dazu, sei es eine Distanzierung, eine Kritik oder einfach nur ein derber Spaß, den er sich erlaubt. Dmitri Schostakowitsch war ein Meister dieser unterhaltsamen Kunst der Zwischentöne. Sein erstes Klavierkonzert, das er mit […] mehr »


Top