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N° 1260
02. - 08.07.2022

nächste Aktualisierung
am 09.07.2022



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Anton Eberl

Streichquartette op. 13

casalQuartett

Solo Musica/Edel 1064391SMU
(64 Min., 10/2021)

Angeblich war sein vollständiger Name „Anton de Paula Franz de Paula Josef Vincenz Ferrerius Eberl“. Bei seinen Zeitgenossen war er aber nur kurz und knapp als „Anton Eberl“ bekannt. Wobei er mit seiner kompositorischen Könnerschaft bisweilen selbst professionelle Musikkenner aufs Glatteis führte: so wurden mache seiner Werke tatsächlich schon mal Mozart oder Beethoven zugeschlagen. Kein schlechter Ritterschlag. Trotzdem sollte der 1807 im Alter von 41 verstorbene Komponist schon bald in Vergessenheit geraten. Erst im Zuge des Beethoven-Jahres 2020 und da dank der Raritätenspürnase des Dirigenten Reinhard Goebel lernte die breitere Öffentlichkeit die Musik Eberls nicht nur wieder kennen, sondern schätzen. Nun legt das casalQuartett in einer Weltersteinspielung Eberls drei Streichquartette op. 13 vor. 1801 entstanden, wurden sie schon bald auch vom berühmten Schuppanzigh-Quartett in Wien gespielt – und zwar zusammen eben mit Quartetten vom Wiener Klassik-Dreigestirn. Die durchweg viersätzigen Quartette leben von ihrem melodischen Erfindungsreichtum. Zugleich beherrschte Eberl die Balance zwischen unmittelbarer Ansprache und tiefer Empfindung. Dass er sich dabei nie etwas von seinen prominenteren Kollegen „ablauschen“ musste, spricht für seine Eigenständigkeit. Und diese vermittelt das casalQuartett gleichermaßen tadellos, mit seinem höchst differenzierten und zugleich ungemein klangschönen Spiel. Eine hörenswerte Ausgrabung!

Guido Fischer, 28.05.2022



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