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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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„Teleidoscope“

Antonia Hausmann

nWog/Edel 1059747NWO
(41 Min., 2020/2021)

Am Anfang stand ein schlimmer Unfall. Aufgrund einer schweren Handverletzung bei Holzarbeiten musste die talentierte Klarinettistin Antonia Hausmann im Alter von 14 Jahren ihr Instrument aufgeben. Der Wechsel zur Posaune erwies sich dann jedoch als Glücksfall: Für Hausmann, aber auch für die deutsche Jazzszene, wie ihr Debütalbum nun unter Beweis stellt.
Die Leipzigerin hat nicht nur einen eigenen, sanft-quecksilbrigen Ton, sondern auch eine distinkte musikalische Vision. Diese bringt sie auf „Teleidoscope“ mit einer eher nonkonformen Besetzung und ähnlich unkonventionellen Mitmusikern zum Leben. So verzichtet Hausmann mit der Ausnahme der pastoralen Vignette „Schäfer Jonas“ auf eine Bassbegleitung, sondern verteilt diese Aufgabe wahlweise auf den Pianisten Johannes Bigge, den Bassklarinettisten Damian Dalla Torre oder den Schlagzeuger Philipp Scholz, der neben anderen ungewöhnlichen perkussiven Klangerzeugern öfters zum Glockenspiel greift.
Dadurch bekommt Hausmanns Musik viel Luft – und sie viel Platz für ihre Posaune im unteren Frequenzbereich. Diesen nutzt sie aber nicht für die Zurschaustellung ihrer Fähigkeiten aus, sondern setzt mehr auf Atmosphäre und Interaktion. Dadurch entstehen immer wieder spannende Song-Erzählungen, die mal wie ein Spaziergang in verwunschener Flora klingen „(Stille Innlegg“), mal nach dem Indie-Jazzpop von The Notwist („Beijing“), mal nach kammermusikalischem Stadionrock („105“).
Vom Posaunen-Standpunkt her sind die intensiven Zwiegespräche Hausmanns mit ihrem Mentor Nils Wogram die Sahnehäubchen auf der Aufnahme, die eindrucksvoll die Wirkkraft der Lebensmaxime zeigt: Wenn dir das Leben Blech gibt, mach das Beste draus und spiele es!

Josef Engels, 04.06.2022



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