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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Johann Sebastian Bach

Kantaten, BWV 78, 96, 100, 122, 127, 130, 180

Chorus Musicus Köln, Das Neue Orchester, Christoph Spering

dhm/Sony 19658710832
(128 Min., 10 & 11/2021) 2 CDs

Christoph Spering und seine Spezialensembles Chorus Musicus Köln und Das Neue Orchester lassen die Alte-Musik-Szene seit mehr als 30 Jahren aufhorchen. Mit ihren Erkundungen der historisch informierten Aufführungspraxis sind sie bis weit in die Romantik vorgedrungen. Auf diesem Doppelalbum kehren die experimentierfreudigen Musiker und Sänger unter Sperings Leitung zu Johann Sebastian Bach zurück. Ihre Einspielung der „Lutherkantaten“ war 2017 mit einem ECHO Klassik-Preis ausgezeichnet worden. Jetzt unterziehen sie den zwischen 1724 und 1725 in Leipzig entstandenen Choralkantatenjahrgang einer interpretatorischen Frischzellenkur. Der Klang ist leicht und transparent, die Aufnahme verströmt eine geradezu mitreißende Energie. Zu hören ist dies etwa im ersten Satz von „Jesu, der du meine Seele“ BWV 78, wo der Chor zum tänzerischen Rhythmus einer Sarabande Jesus als Erlöser preist.
Grundlage dieser Kantaten ist jeweils ein evangelisches Kirchenlied, das eingangs kunstvoll verarbeitet wird und dann in schlichter Form wieder im Ausgangschoral auftaucht. In den Mittelstrophen schuf Bach mit Arien und Rezitativen Verbindungen zwischen der traditionellen Kantatenform und einer moderneren Variante, die sich an der italienischen Oper orientierte. Im ersten Satz von „Herr Christ, der ein’ge Gottessohn“ BWV 96 setzt die Piccoloflöte funkelnde Akzente. In der Tenorarie „Ach, ziehe die Seele mit Seilen der Liebe“ wird die konzertierende Traversflöte durch eine Solo-Violine ersetzt – eine Änderung der Instrumentierung, die der Komponist für eine Wiederaufführung der Kantate 1734 selbst vornahm, aber später rückgängig machte. Diese Version, die seinerzeit nie erklang, ist hier offenbar erstmals auf einem Album dokumentiert. Auch Bach-Kenner dürften also beim Anhören dieser Aufnahme noch so manche Entdeckung machen.

Corina Kolbe, 20.08.2022



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