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N° 1308
03. - 09.06.2023

nächste Aktualisierung
am 10.06.2023



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Franz Schubert

Ouvertüren und Orchesterwerke

Kammerorchester Basel, Heinz Holliger

Sony Classical 19658711422
(79 Min., 8/2020 & 3/2022)

Nach fast fünf Jahren haben Heinz Holliger und das Kammerorchester Basel ihren Zyklus mit Werken von Franz Schubert abgeschlossen. Sein erstes Orchesterstück, die Ouvertüre in D-Dur, D.12 von 1811/12, wird auf dem neuen Album der unvollendeten Sinfonie in D-Dur, D.936 von 1828 gegenübergestellt. Schubert arbeitete daran in den letzten Wochen seines Lebens. Der Schweizer Komponist Roland Moser hat das Fragment behutsam ergänzt und teils für Orchester, teils für Kammerbesetzung instrumentiert.
Das Ergebnis ist vielschichtig. Wie ein Archäologe dringt Moser in Schuberts Skizze ein und schafft durch seine Ergänzungen neue Verbindungen, die der zentralen Grundidee des Stückes nahekommen sollen. Unter Leitung von Holliger lässt das mit historisch informierter Aufführungspraxis bestens vertraute Kammerorchester Basel diese Musik transparent und zugleich sehr charaktervoll erklingen. Seine Fassung des ersten Satzes, Allegro, beschreibt Moser als „Versuch zwischen Orchester- und Kammermusik“. Aus dem Andante in h-Moll hat er „ein fragmentarisches Klangbild für Orchester“ geschaffen, der von Schubert gestrichene Satzschluss erklingt als geisterhaftes Streichquartett. Das Scherzo in D-Dur wurde für Streichquintett gesetzt. Wie komplex Schuberts Schaffen war, verrät schon die frühe Ouvertüre, in der ein mächtiger Orchesterklang mit fein nuancierten Passagen kontrastiert. Komplettiert wird die Aufnahme durch das ursprünglich für Klavier zu vier Händen komponierte „Grand Duo“ in C-Dur, D.812, das hier in der Nonettfassung von Gabriel Bürgin vorgestellt wird. Das durch Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass verstärkte Bläserquintett interpretiert das Stück wesentlich plastischer, als dies bei einem größer besetzten Orchester vorstellbar wäre.

Corina Kolbe, 03.09.2022



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