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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Johannes Brahms

Lieder

Anna Lucia Richter, Ammiel Bushakevitz

Pentatone/Naxos PTC5186986
(58 Min., 2-3/2022)

Für Anna Lucia Richter ist dies ein Album-Debüt als Mezzo-Sopranistin, nachdem sie den ungewöhnlichen Schritt ‚hinab‘, also vom Sopran-Treppchen eine Stufe herunter getan hat. Schon im eröffnenden „Ständchen“ zeigen sich die tiefen Töne in gurrender, gutturaler Fülle und Glut-Dunkelheit – während oben herum ein Anflug von Tremolo auffällt.
Brahms-Liederplatten sind heute selten geworden; auch deshalb, weil mehrere Gesamtzyklen, einer mit Christoph Prégardien, ein anderer mit Graham Johnson als Begleiter das Blickfeld erweitert haben. Brahms-Meisterinterpreten sind dabei notorisch selten. Es muss an der Gratwanderung zwischen gesanglicher Schlichtheit und Melodienraffinesse liegen. Man landet immer noch bei Christa Ludwig, Brigitte Fassbaender und der frühen Jessye Norman.
Der neu justierten, zuweilen unruhigen Stimme Richters mag es noch ein wenig an innerer Mitte, an Lässigkeit und Strömenlassen fehlen. Schwerer ins Gewicht fällt die Tatsache, dass sie zu wenig mit dem Text tut. Nicht, dass der Wortlaut nicht einigermaßen gut verständlich wäre, wenn man gut hinhört. Es ist eher das völlig fehlende Rollenspiel im (dialogisch geschriebenen) „Vergeblichen Ständchen“ sowie die mangelnde Textausdeutung, etwa in „Wie rafft ich mich auf in der Nacht“. Bei „Der Tod, das ist die kühle Nacht“ versucht Richter die zwielichtige, finstere Stimmung des Heine-Liedes allein durch geringere Dynamik zu evozieren. Ob das „Mädchenlied“, das „Wiegenlied“ oder „Von ewiger Liebe“: Im Grunde wird den sehr unterschiedlichen Situationen mit zu ähnlicher Stimme begegnet. Ist das absichtliche Zurückhaltung und stilistische Dezenz? Begleiter Ammiel Bushakevitz setzt erfreulich eigene Akzente. Als Ganzes betrachtet, wirkt das Album etwas uniform.

Robert Fraunholzer, 03.09.2022



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