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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart, Maria Teresa Vera, Manuel Egües, Edgar Olivero

„Mozart y Mambo“: Cuban Dances

Sarah Willis, Havana Lyceum Orchestra, José Antonio Méndez Padrón

Alpha/Note 1 ALP878
(61 Min., 1&4/2022)

Das Unternehmen war so extravagant wie schillernd. Sarah Willis, amerikanisch-britische Hornistin der Berliner Philharmoniker, aber auch als Moderatorin bei der Deutschen Welle und Podcasterin versiert, hatte es sich in den Kopf gesetzt, auf Kuba musikalisch Gutes zu tun. Vor allem mit dem Havana Lyceum Orchestra, einem Klangkörper ehemaliger Musikstudenten, das sie molto simpatico fand. Anfang 2020 fuhren Solistin, Produzent, Fotografin und ein Filmteam nach Havanna, um des Nachts (nur dann ist es ruhig genug) in einem Oratorio in der Altstadt, das heute als Hochschulkonzertsaal dient, das 3. Hornkonzert und kubanische Mozart-Anverwandlungen aufzunehmen.
Das erste Album, dessen Booklet in exotisch-bunten Farben prunkte, überzeugte als nicht nur billiger Crossover, sondern leidenschaftlich pulsierende Musikbrücke von Europa bis in die karibische Inselwelt. Mozart bekam Hüftschwung, die domestizierten, aber schön abwechslungsreich arrangierten Salsa- und Son-Rhythmen mischten sich lässig mit Wiener Klassik. Die folgende Europatour wurde natürlich ein Corona-Opfer, konnte aber 2021 begeisternd nachgeholt werden. Natürlich war nach dem gut geplanten Erfolg auf allen Vermarktungskanälen irgendwann auch die Nummer Zwei fällig. Schließlich hat Mozart ja vier Hornkonzerte geschrieben. Zwei davon, Nr. 1 und 2 wurden diesmal von Willis mit sämig vollem, zurückhaltendend virtuosem Ton geblasen. Dazu gibt es ein erstes, von ihr bestelltes kubanisches Hornkonzert in Begleitung von Schlagzeug und Streichern in sechs Sätzen von sechs Komponisten, das in sechs Tänzen, sechs kubanische Regionen vermitteln soll. Auch sehr simpatico. Und ein paar folkloristische, immer geschmackvolle Zugaben, eine mozärtlich mit dem „Pa-Pa-Pa-Papageno“-Duett spielend. Die feine, mit neuen Instrumenten ausgestattete Orchestertruppe um José Antonio Méndez Padrón macht das wieder temperamenttoll. Da wird Mambomozart Nummer 3 nicht lange auf sich warten lassen.

Matthias Siehler, 17.09.2022



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