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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Es gibt nur wirklich wenige Konzerte für Harfe, die den Titel „Klassiker“ tragen dürfen. Und das vom russischen Komponisten Reinhold Glière stammende, dreisätzige Werk gehört auf jeden Fall dazu. 1938 und damit in einem Jahr, als Glière zum „Volkskünstler der UdSSR“ ausgezeichnet wurde, schrieb er dieses unkomplizierte, zwischen Volksmusik und romantischer Tradition changierende Werk. Der französische Starharfenist Xavier de Maistre hat das Konzert natürlich schon oft live gespielt. Nun eröffnet er damit ein rein russisches Album, bei dem trotz des brillanten Funkelns ein nostalgisch-sentimentaler Grundton allgegenwärtig ist. Aus Alexander Glasunows Ballettmusik „Raymonda“ präsentiert Xavier de Maistre das aparte wie schwerblütige Doppelpaar „Prelude et la Romanesca“. Das Arrangement vom „Tanz der Zuckerfee“ aus Peter Iljitsch Tschaikowskis „Der Nussknacker“ hat de Maistre selbst beigesteuert. Und das zweite Hauptwerk der Einspielung stammt vom Glière-Schüler Alexander Mosolov, der seinen Ruf als russischer Avantgardist seiner stampfenden und dampfenden Tondichtung „Die Eisengießerei“ verdankt. Sein 1939 entstandenes viersätziges Harfenkonzert kommt dagegen eingängiger, unterhaltsamer daher – ob etwa in der leicht spieluhrengleichen „Gavotte“ oder in der äußerst gelenkigen „Toccata“, bei der Xavier de Maistre sein ganzes Können mit Leichtigkeit und viel Esprit abrufen und zur Schau stellen kann. Im WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Nathalie Stutzmann hat er dafür aber auch die optimalen Sekundanten.

Guido Fischer, 17.09.2022



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