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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Louis Spohr, Giacomo Meyerbeer, Conradin Kreutzer u. a.

„Lyrisches Intermezzo“ (Lieder)

Werner Güra, Laura Ruiz Ferreres, Christoph Berner

Pan Classics/Note 1 PC10438
(55 Min., 2/2022)

Stiller ist es um den Tenor Werner Güra geworden. Was teilweise auf einem Irrtum beruht, da Güra sich zwar abseits vom internationalen Opernzirkus hält, im Konzertbereich aber unvermindert aktiv ist. Sein Tenor ist etwas charaktervoller, aber nicht spitzer geworden. Mittlerweile singt er Johann Sebastian Bachs Evangelisten. Mit großen Liederzyklen konnte er sich im Gedächtnis vielleicht nicht ganz behaupten. Umso beherzter stößt er hier in Regionen vergessener Lied-Meister vor, nicht zuletzt zu Louis Spohr.
Alleinstellungsmerkmal des Albums ist die Tatsache, dass nicht nur ein Klavier, sondern die Klarinette regelmäßig zum Einsatz kommt. Im Übrigen gab es von Louis Spohrs Sechs deutschen Liedern op. 103 seit Julia Varady, Mitsuko Uchida und der unterschätzten Margaret Baker keinerlei wichtige Aufnahmen – erst recht nicht mit Tenor. Ähnliches gilt für Giacomo Meyerbeers „Hirtenlied“. Eine großartige Preziose ist „Das Mühlrad“ von Conradin Kreutzer (bekannt in der Hornfassung mit Dietrich Fischer-Dieskau und, kurios genug, mit Joan Sutherland).
Zwischendurch verleiht Laura Ruiz Ferreres den 4 Fantasiestücken op. 43 von Niels Wilhelm Gade weiche, wunderbar flexible Kontur. Am Klavier begleitet, wie bei Güra üblich, Christoph Berner, der den Titeln dezent schöne Lichter aufsetzt. Den Gesamttitel „Lyrisches Intermezzo“ hat man von dem gleichnamigen (von Güra schmelzend vorgetragenen) Heine-Lied Franz Lachners übernommen. Als Zugabe gibt’s Franz Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“. Güra, bei alldem, könnte sich vielleicht eine Spur intensiver in die Ausdeutung der Texte begeben, befindet sich aber immer noch auf der Höhe seines Könnens. Ja, mehr noch, eigentlich ist er besser denn je.

Robert Fraunholzer, 24.09.2022



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