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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Antonín Dvořák

Streichquartett Nr. 12 „Amerika“, Walzer

Talich Quartett

La Dolce Volta/hm-Bertus LDV 101
(63 Min., 3/2022)

Diese Musik wirkt frisch und authentisch empfunden. Das tschechische Talich Quartett widmet sich hier kammermusikalischen Werken von Antonín Dvořák, die durch die Volksmusik seiner böhmischen Heimat und Einflüsse aus den USA geprägt sind. Beschwingt, gefühlvoll, aber keineswegs süßlich kommt der erste Walzer op. 54 daher, voll ansteckender Lebensfreude steckt der fulminante Walzer Nummer vier. Dvořák schrieb die beiden ursprünglich für Klavier komponierten Stücke selbst zu Streichquartetten um. Die übrigen sechs Walzer aus der Sammlung – ebenfalls kleine funkelnde Juwelen – bearbeitete 2020 der Bratscher Jiří Kabát, der eine Zeit lang im Pavel Haas Quartett musiziert hatte.
Das Talich Quartett, das bereits seit 1964 in unterschiedlichen Besetzungen auftritt, überzeugt durch einen angenehm bodenständigen Musizierstil und feine Artikulation. Wie vielseitig und ideenreich Dvořáks Umgang mit Kammermusik war, zeigt auch der 1880 entstandene schöne Quartettsatz F-Dur, der erst über 60 Jahre später im tschechischen Rundfunk uraufgeführt wurde. Das bekannte „amerikanische“ Streichquartett F-Dur op. 96 komponierte Dvořák 1893 in der „neuen Welt“. Um sich von der Arbeit als Konservatoriumsdirektor in New York zu erholen, verbrachte er mit seiner Familie den Sommer in der tschechischen Enklave Spillville in Iowa. Auf langen Wanderungen durch die idyllische Natur lauschte er einheimischen Vögeln – ein Echo des Rufs des roten Tanagra vernimmt man in diesem Streichquartett. Auch kulturelle Einflüsse seiner Wahlheimat nahm er neugierig auf. Spirituals der schwarzen Bevölkerung inspirierten ihn ebenso wie indianische Tänze, die er mithilfe der modernen Harmonik weiterentwickelte. Die Rhythmen und Klangfarben der slawischen Musik bleiben freilich unverkennbar, so etwa auch im letzten Satz Vivace ma non troppo.

Corina Kolbe, 24.09.2022



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