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Johann Adolph Hasse, Jan Dismas Zelenka

Dresdner Motetten und Konzerte

Batzdorfer Hofkapelle, Salomé Haller

KammerTon/Note 1 KT 2013
(66 Min., 9/2002) 1 CD

Zwei Motetten von Johann Adolf Hasse stehen im Zentrum dieses Musikprogramms aus dem barocken Dresden; der Begriff "Motette" bezeichnet hier nicht ein Chorwerk nach biblischer Textvorlage, sondern ein solistisches, orchesterbegleitetes Gesangsstück, bestehend aus Arien, Rezitativen und einem abschließenden Halleluja. Hasse erfreute mit solch virtuoser Musik möglicherweise zunächst die Besucher von Gottesdiensten oder Konzerten venezianischer Mädchen-Waisenhäuser (Ospedali), denn in der Lagunenstadt hielt er sich seit 1727 gelegentlich auf. Nur in den Ospedali durften Frauen mit der Aufführung geistlicher Musik betraut werden; ansonsten galt das Gebot "Mulier taceat in ecclesiam". Später scheinen die Stücke dann auch für den Dresdner Hof eingerichtet worden zu sein.
Zur hervorragend ausgewogenen, klangschönen und inspirierten Begleitung der Batzdorfer Hofkapelle entfaltet die Sopranistin Salomé Haller ihr sängerisches Können, wovon u. a. auf Grund des eingesetzten Stimmumfangs und der ausgedehnten Koloratur-Strecken einiges erforderlich ist. Nicht immer befindet sie sich technisch völlig im Lot, was etwa an gelegentlichen Intonationsunreinheiten zu bemerken ist; im Großen und Ganzen jedoch handelt es sich um eine sängerische Leistung von beachtlicher Brillanz.
Zwischendurch präsentiert sich die Batzdorfer Hofkapelle noch mit einem "Concerto in sol a 8 concertanti" von Hasses älterem Dresdner Kollegen Jan Dismas Zelenka. Musikalisch erreicht dieses spielfreudige, im langsamen Satz sehr ausdrucksstarke Stück sicher nicht die Originalität und Tiefe Bach'scher Concerti, gelangt aber durch die plastische, differenzierte Interpretation durch die hervorragenden "Batzdorfer" zu größtmöglicher Wirkung.

, 23.08.2003



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