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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Antonín Dvořák

„Poetische Stimmungsbilder“ op. 85

Leif Ove Andsnes

Sony 19439912092
(56 Min., 4/2021)

Sieht man einmal von seinem (leider einzigen) Klavierkonzert sowie den vierhändigen „Slawischen Tänzen“ ab, gilt Antonín Dvořák nicht unbedingt als Schwergewicht unter den romantischen Klavierkomponisten. Was vielleicht auch an den fehlenden Visitenkarten auf dem Gebiet der Sonate liegen mag. Wenigstens im Miniatur-Bereich war Dvořák aber äußerst produktiv. Und die zahlreichen Tänze, Salonstücke und anderen Nettigkeiten bündelte er hier und da schon mal zu Zyklen. Wobei er wie im Falle der „Poetischen Stimmungsbilder“ op. 85 keine finanziellen Hintergedanken hatte, was ihren Verkaufswert angeht. Zwar informierte Dvořák 1889 noch während der Kompositionsphase seinen Verleger Fritz Simrock. Trotzdem scheinen die insgesamt 13 Stücke von allen Verpflichtungen befreit und Ausdruck einer unbeschwerten Zeit, die Dvořák damals in der südböhmischen Sommerfrische genoss. Von „Tändelei“ und „Bauernballade“ über ein „Klagendes Gedenken“ und einen „Koboldstanz“ bis hin zum einem „Bacchanale“ reicht der abwechslungsreiche, mal beschwingte, mal stimmungsintensive Reigen – für den sich Dvořák zur Inspiration allerlei prominente Gäste eingeladen hat. Vor allem Chopin, Schumann und Brahms haben hier ihre Spuren hinterlassen. Dennoch sind die Stücke nicht zweite Ware, sondern spiegeln Dvořáks Willen wider, nichts unter seinem Niveau zu schreiben. Bei seiner Gesamtaufnahme der „Poetischen Stimmungsbilder“ versucht Leif Ove Andsnes zwar nicht, sie gedankenreich aufzuladen, zu überhöhen. Andererseits zeigt Andsnes auch dank seiner reichen Erfahrung mit der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts, dank einer Fülle agogischer Subtilitäten und dynamischer Valeurs die unbestreitbare Qualität dieser Stücke auf.

Guido Fischer, 29.10.2022



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