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Jules Massenet, Gabriel Fauré, Camille Saint-Saëns, César Franck

Werke für Violoncello und Klavier

Yo-Yo Ma, Kathryn Stott

Sony CD 87287
(66 Min., 2/2003) 1 CD

So weit sind wir schon: Da nimmt der in der letzten Zeit hauptsächlich mit Crossover-Produktionen auf dem Plattenmarkt vertretene Cellist Yo-Yo Ma eine CD mit Kammermusik von vier französischen Romantikern auf, und die Plattenfirma muss in ihrem Pressetext eine Menge an Drumherum bemühen, um diesen Schritt zu begründen. Da wir darauf verwiesen, dass der Amerikaner chinesischer Herkunft ja in Paris geboren wurde und hier seine ersten Lebensjahre verbrachte. Außerdem wird die Musik auf dieser CD als Ausdruck der “Belle Epoche” missverstanden - als ob man als Musiker, um Massenet und Konsorten spielen zu können, in Paris gewesen sein müsste und als ob die CD in der Lage wäre, beim Hören einen Spaziergang durch die “gute alte Zeit” der Seinemetropole heraufzubeschwören. In Wirklichkeit war Kammermusik in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nicht gerade das, womit man in Paris einen Blumentopf gewinnen konnte. In der Konkurrenz zu Oper und Operette hatten Meister wie Franck und Saint-Saëns ganz schon zu kämpfen, um ihre Werke ans Pubikum zu bekommen. Wer von Yo-Yo Ma nur die in den letzten Jahren zur Schau gestellte Ethno-Seite kennt, der kann ihn hier als respektablen Kammermusiker neu entdecken: Die Eingangsschmusenummer (Massenets “Méditation” in Cellofassung) lässt Ma glücklicherweise verhalten zart vorüberziehen, um sich Gestaltungskraft für die Werke aufzuheben, wo es sich lohnt: In Faurés und Francks Sonaten zeigt er sich in gut fundierter künstlerischer Einheit mit seiner wunderbar weich und flexibel agierenden Partnerin.

Oliver Buslau, 31.05.2003



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