Die Welt ist in Ordnung. Leichtfüßig schreitet das Südwestdeutsche Kammerorchester unter Sebastian Tewinkel voran, fein gegliedert und in der Struktur durchhörbar. Typisch Barock bleibt es Fußvolk, und doch ist es mehr als Masse, denn jedes Instrument bleibt klar und deutlich als Einzelbetrag zum homogenen Gesamtklang erkennbar. Über dieses aus Individuen bestehende Ensemble erhebt sich Thomas Reiner als dominanter Solist. Kaum erklingt sein Ton, passt sich – getreu der Komposition – die Menge an, reagiert, antwortet, untermalt. Geschmeidig führt Reiner, er übertrifft das Ensemble und dominiert ohne sich zum Beherrscher aufzuschwingen und die Begleiter zu unterdrücken. Sein Ton ist in allen Bereichen ausbalanciert und seine Linienführung elastisch und präzis, wobei ihm die moderne Piccolotrompete gestattet, auch hohe Trompetenpartien leicht und federnd auszuführen. Insofern ist sie den zeittypischen Barocktrompeten überlegen. Aus diesem Grund lag es nahe, nicht nur reine Trompetenwerke aufzunehmen, sondern auch Transkriptionen von Oboewerken, die naturgemäß in höheren Regionen angesiedelt waren. Reiners Interpretationen von Tomaso Giovanni Albinonis Oboenkonzert d-Moll op. 9, 2, Georg Friedrich Händels Oboenkonzert Nr. 3 g-Moll oder Georg Philipp Telemanns Oboenkonzert f-Moll wirken so homogen, als seien diese ebenso wie Giuseppe Torellis Trompetensinfonie D-Dur, Händels D-Dur Suite "The Famous Water Piece", Johann Friedrich Faschs Concerto `8 in D-Dur, Domenico Gabriellis Trompetensonate Nr. 4 D-Dur oder Telemanns Sonate D-Dur schon von Anbeginn für Trompete geschrieben worden.

Hans E. Braun, 30.11.2007



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