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New York Art Quartet

New York Art Quartet

ESP/Calibre/BEV Musik CD 1003
(43 Min., 11/1964)

Die wundervolle Debütplatte des New York Art Quartets hüte ich schon lange wie einen kostbaren Schatz: Der in Sachen Monk und Herbie Nichols gewiefte Posaunist Roswell Rudd und der dänische Saxofonist John Tchicai (von Archie Shepps New York Contemporary Five, dessen logische Weiterentwicklung das Quartett darstellt) taten sich Jahre vor dem berühmteren Chikagoer Art Ensemble mit dem Bassisten Lewis Worrell und dem hochinteressanten Perkussionisten Milford Graves zusammen.
Der Kunstanspruch ist ernst gemeint: Roswell Rudd etwa, der auch für drei der vier Stücke verantwortlich zeichnet, erinnert gelegentlich an seinen E-Instrumentalkollegen Vinko Globokar. Da die flächig-elegischen Klangmalereien und Kollektivimprovisationen der vier Neuer Kammermusik zeitweise näher stehen als den Kaputtspieltendenzen weniger formbewusster Kollegen, nehmen sie Entwicklungen der Loftszene und der europäischen Improvisierten Musik der siebziger Jahre vorweg.
Als besonderer Gast kam am 26. November 1964 der Dichter und Journalist LeRoi Jones ins Studio, der zu dezenter Begleitung sein militantes Poem "Black Dada Nihilismus" (sic!) rezitieren durfte, demgegenüber Mingus' Verunglimpfung des Gouverneurs Faubus harmlos wirkt; keine der großen Plattenfirmen hätte so etwas zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht. 35 Jahre später standen die Gründungsmitglieder wieder gemeinsam im Studio - für ein japanisches Label.

Mátyás Kiss, 08.06.2000



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