Responsive image
Joseph Haydn

Sinfonien Nr. 13 und 36, Sinfonia Concertante

Kölner Kammerorchester, Helmut Müller-Brühl

Naxos 8.554762
(56 Min., 4/1999, 8/1999) 1 CD

Diese Einspielung ist ein vortreffliches Beispiel dafür, wie sich in der Interpretation barocker und klassischer Musik im Laufe der letzten Jahre die vormals unversöhnlichen Lager der "Originalklang"-Verfechter und der "Traditionalisten" aneinander angeglichen haben. Das seit 1923 bestehende Kölner Kammerorchester spielte einige Zeit auf historischen Instrumenten, wandte sich dann jedoch modernen Instrumenten zu, um auch in neueren Konzertsälen mit der entsprechenden Akustik auftreten zu können. Die Spezifika der historischen Aufführungspraxis – vibratoarmes Musizieren, mit Holzschlägeln gespielte Pauken u. a. – wurden jedoch beibehalten.
Mit diesen Bestandteilen gelingt dem Ensemble ein angenehm entspanntes, transparentes Haydn-Spiel. Helmut Müller-Brühl hat es nicht nötig, mit dem Holzhammer dreinzuschlagen, um zu zeigen, wie "historisch korrekt” er ist. Seine Tempi sind fließend, doch nie gehetzt, die Musik atmet, und auch der bei Haydn stets präsente Humor kommt nicht zu kurz. Diese Kombination von Originaltreue, Pragmatismus und Musiziergeist lässt die Interpretationen zum Erfolg werden, wobei besonders die 1792 für die Londoner Salomon-Konzerte komponierte Sinfonia Concertante (mit Geige, Cello, Oboe und Fagott als Soloinstrumenten) zu überzeugen vermag. Doch auch in der selten gespielten frühen Sinfonie Nr. 13 mit ihrem für die Zeit ungewöhnlichen Aufgebot von vier Hörnern findet Müller-Brühl den passenden beseelten Ton.

Thomas Schulz, 01.01.1970



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Darm mit Charme: Auf dem Buchmarkt hat unser Verdauungstrakt schon vor einigen Jahren seine marketingverbauschte Renaissance gefeiert. Stimmt es, dass dieses hochkonzentriert von Nerven durchsetzte Organ in der Evolution die Leistungen des später ausgebauten Gehirns mit der Intelligenz des Gefühls vereinte? In der Alten Musik ist der Darm bereits völlig ekelfrei in aller Munde: als Darmsaite. Dazu wird nach der Schlachtung von meist Schafen und Lämmern der Darm gewendet, von Schleimhaut und […] mehr »


Top