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Joseph Haydn

Sinfonien Nr. 6 - 8 ("Die Tageszeiten")

Freiburger Barockorchester

HMF/Harmonia Mundi HMC 901 767
(78 Min., 10/2001) 1 CD

Als Joseph Haydn im Mai 1761 den Dienst am Hofe Esterházys in Eisenstadt antrat, fiel er geradezu ins gemachte Nest. Die Hofkapelle gehörte zum besten, was das europäische Musikleben damals zwischen Paris, Mannheim und Venedig zu bieten hatte. Haydn machte daher sofort Nägel mit Notenköpfen, und die erste Visitenkarte des Sinfonikers Haydn wurde auch gleich zur Trumpfkarte.
Denn mit der "Tageszeiten"-Trias koppelte er seinen noch ganz vom kommenden Arbeitspensum unverbrauchten Fantasiehaushalt mit den solistischen Fertigkeiten der Musiker. Als eine Mischform aus barockem Concerto grosso und bereits klassischer Viersätzigkeit, aus wohldosierter Programmmusik und absoluter Musik.
Das Freiburger Barockorchester präsentiert eine lustvolle Musizierhaltung, die bei aller historischen Klangkorrektheit genau zentrierten Atem besitzt. Straff werden da die Ecksätze markiert, aber nicht überdehnt. Und wie der Sprung gelingt vom kapriolenschlagenden Posthorn ("Le Matin") in das von melancholischer Melodik erwärmte "Rezitativo" der "Mittags"-Sinfonie (eine der schönsten, "frühen" Ideen Haydns), das ist schlicht ein glänzend gestandener Balanceakt.
Die Aufnahmetechnik hat obendrein dafür gesorgt, dass so manch geheimnisvolle Schwebezustände nicht durch plump akzentuierte Bläserkerben irritiert werden. Nicht zuletzt darin unterscheidet sich diese Aufnahme wohltuend vom Gros der Originalklang-Konkurrenz.

Guido Fischer, 07.03.2002



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