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Johann Sebastian Bach

Goldberg-Variationen

Angela Hewitt

Hyperion/Koch 0 34571 17305
(78 Min., 08/1999) 1 CD

Diese Frau ist eine Entdeckung - zumindest für mich, denn ihre Einspielung der "Goldberg-Variationen" ist nicht die erste CD Angela Hewitts, nicht einmal ihre erste mit Werken Bachs. Ihre lang gereifte und unter anderem an den sechs Partiten und beiden Büchern des "Wohltemperierten Klaviers" erprobte Bach-Auffassung lässt der Musik ihren Atem, stopft sie nicht in ein starres Korsett, sondern lässt sie aus sich heraus geschehen: Das schließt nicht aus, dass sie gleich in der ersten Variation dem tänzerischen Impuls oder in der zweiten dem Drive der Sechzehntel-Bewegung im Bass nachgibt - aber immer organisch, dezent, dem zyklischen Charakter der Variationenfolge Rechnung tragend.
So kann sie uns glücklichen Hörern Bachs Kunst der Polyphonie - nicht nur, aber auch in den kanonischen Variationen - vergegenwärtigen, ohne die Lebendigkeit der Musik zu opfern. Wer wie ich Glenn Goulds Auffassung des Werks für eine barbarische Verzeichnung hält, wird sich diese Klavier-Version gerne neben Gustav Leonhardts Cembalo-Interpretation und die unvergessene, leider derzeit vergriffene historische Arrau-Aufnahme aus den vierziger Jahren stellen.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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