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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Es rollt, schäumt, zwitschert und brummt in Joseph Haydns Schöpfung, und nach anfänglichem Chaos wird es in strahlendem C-Dur plötzlich Licht - allzu große Plakativität hat man dem Komponisten schon nach den ersten Aufführungen vorgehalten, und heutzutage melden sich nicht wenige kritische Stimmen mit Adjektiven wie "einfältig" und "biedermeierlich" zu Wort, um die Schöpfung als unzeitgemäß angesichts entzauberter Lebenswirklichkeit und geschändeter Natur zu brandmarken.
Allerdings gab es Katastrophen und Zerstörung auch schon zu Haydns Zeiten, und man beachte, dass das Werk schon vor dem Sündenfall endet - einzig ein mahnendes Wort des Erzengels Uriel lässt kommendes Unheil ahnen. Was spricht also dagegen, sich das Schöpfungswerk in nichtmalträtiertem Zustand vor Augen führen zu lassen, zumal in so beglückender musikalischer Gestalt?
Thomas Hengelbrock legt eine sehr gelungene Neuaufnahme auf historischen Instrumenten vor, die vor allem die klangmalerischen Elemente viel besser zur Geltung bringen als modernes Instrumentarium. Der Balthasar-Neumann-Chor agiert auf höchstem Niveau: So geschmeidig waren die Chorsätze der Schöpfung bisher nicht oft zu hören.
Hinsichtlich der Besetzungsstärke lohnt es sich, den Beiheft-Text zu Christopher Hogwoods Aufnahme von 1990 zur Kenntnis (Decca) zu nehmen, die auf Grund der Verwendung der englischen Textversion hier zu Lande keine große Popularität erreicht hat. Hogwood arbeitet unter Berufung auf zeitgenössische Berichte mit einer weitaus größeren Zahl von Choristen und Instrumentalisten. Das schmälert nicht die Freude an Hengelbrocks vergleichsweise schlankem Klangbild, sollte aber zumindest zum Nachdenken anregen.
Bei den Solisten gibt es, abgesehen von gelegentlichen irritierenden Intonationsschwächen, sehr viel Schönes zu hören: Simone Kermes vermag ihrer großen Arie "Nun beut die Flur" eine sehr persönliche Note zu verleihen, und Dorothee Mields ist als Eva klanglich zwar sehr schlank, aber dennoch bezaubernd.

Michael Wersin, 07.11.2002



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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