Responsive image

My Tree

Arne Jansen-Trio

Traumton/Indigo 64852
(44 Min., 5/2005) 1 CD

Zwei Drittel des Arne Jansen Trios kennt man schon. Als Mitglieder des Dreiergespanns "[em]" konnten die Bassistin Eva Kruse und der Schlagwerker Eric Schaefer 2005 gemeinsam mit dem Pianisten Michael Wollny für Aufhorchen in der deutschen Jazzszene sorgen. Beeindruckendes leistet das Rhythmusduo nun auch im Zusammenspiel mit dem Gitarristen Arne Jansen.
In der Ruhe liegt hier die Kraft. Jansens Kompositionen sind seelenvolle Landschaftsgemälde mit viel Sinn für Weite und Raum. Wie wohl annährend jeder Jazzgitarrist der Gegenwart zeigt sich der in Flensburg geborene Saitenlyriker von der Trias John Scofield, Bill Frisell und Pat Metheny beeinflusst; auch die alten Recken Jim Hall oder Wes Montgomery schimmern in seinem Spiel durch. Hinzu kommt eine gewisse Rockmelancholie. Nicht umsonst ist der Albumtitel eine Verbeugung vor dem Pearl-Jam-Stück "In My Tree", nicht von ungefähr endet die CD des Arne Jansen Trios mit der Interpretation eines alten Songs der Grunge-Miterfinder.
"Release" heißt die Nummer, und sie ist in der Tat eine Befreiung. Ganz sanft, mit Jansens Flageoletts auf der Gitarre, Kruses zärtlich-mächtigen Basslinien und Schaefers Glöckchenklingeln, beginnt das alles, wie ein unorthodoxer Jazzwalzer. Dann folgt die hymnische Entladung. Es ist ein Erdbeben. Und der tolle Abschluss einer angenehm entspannten Trioplatte.

Josef Engels, 25.03.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top