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Live At Yoshi's

Oregon

Intuition/Sunnymoon INT 3299 2
(78 Min., 8/2001) 1 CD

Die faszinierende Retrospektive "In Moscow" konnte durch den orchestralen Aufwand der Produktion noch einmal die tiefe Krise verschleiern, in der die Band spätestens steckt, seitdem Mark Walker zum festen Mitglied befördert wurde (ohne dass er Schuld daran trüge). Mit dem indischen Perkussionisten Trilok Gurtu, der vom Temperament her weniger gut zu den drei Gründungsmitgliedern passte, war der Fortbestand des Ethno-Aspekts innerhalb des Ensembles gesichert - jetzt klingen Oregon mehr und mehr wie eine herkömmliche Jazzgruppe.
Als Multiinstrumentalisten agieren nur noch Paul McCandless, der immerhin vier Holzblasinstrumente bedient, und Ralph Towner, der auf der akustischen Gitarre, dem Klavier oder Synthesizer für die Harmonien sorgt. Inzwischen liefert Towner so gut wie alleine die komponierten Vorlagen (nichts gegen ihn - aber wo bleibt die Mitarbeit der anderen?) und degradiert "Oregon" damit zunehmend zu seiner luxuriös besetzten Begleitband.
In ihren frühen Jahren - von ihrer Gründung 1970 bis zum Tode Collin Walcotts 1984 - war Oregon eine innovative, kooperative Gruppe, die gelegentlich sogar Einflüsse aus der Wiener Schule improvisatorisch verarbeitete; auch davon ist längst nichts mehr zu spüren. Da jedoch das Doppelalbum "In Performance" von 1980 keinen Höhepunkt in der umfänglichen Oregon-Diskografie bildete, hatte ich mich doch auf den diesen Mitschnitt gefreut. Leider wird das elegische, dünn näselnde Timbre von Paul McCandless, über die Distanz von fast achtzig Minuten zu einer Geduldsprobe, der Synthesizer bedient wohl den amerikanischen Geschmack, und die düstere freie Improvisation "What River Is This?" wäre besser im Archiv verblieben. Diese trübe Bilanz können selbst Repertoireklassiker wie "Distant Hills", "Green And Golden" und "Witchi-Tai -To" nicht aufhellen.

Mátyás Kiss, 08.08.2002



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