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Johann Sebastian Bach

Englische Suiten Nr. 2, 4 und 5

Murray Perahia

Sony SK 60277
(61 Min., 07/1998) 1 CD

Bachs Schaffen wachse aus dem vierstimmigen Choralsatz, von dessen vollkommener Beherrschung ja zahlreiche Beispiele in Kantaten und Passionen Zeugnis ablegen. Das gelte auch und sogar in besonderem Maße für seine Tanzsuiten - meint Murray Perahia. Da er ein fantastischer Pianist ist, lässt er uns seine erstaunliche Theorie auch gleich am klingenden Beispiel nachverfolgen. Und so, wie er spielt, muss er einfach recht haben. Seine Einspielung der Englischen Suiten (1, 3 und 6 sind letztes Jahr erschienen - siehe Kritik) zählt zu den begeisterndsten Begegnungen mit Bachs Genius, die man derzeit machen kann.
Hier lernt der Hörer die hohe Kunst der Artikulation, die Perahia eine überaus farbenreiche, flexible Klangbildung voller rhythmischer Energie ermöglicht. Weil dieser penible Exeget des Notentextes den harmonischen Verlauf der einzelnen Sätze immer präsent hält, findet er stets die genau passende Lösung, um die Stimmen zu gliedern und zu bündeln. Hinzu kommt, dass Perahias Klavierton mit berückender Schönheit singt und atmet. Klarheit ist eben nicht gleichbedeutend mit Kälte, es gibt auch eine warme Klarheit.

Stefan Heßbrüggen, 01.12.1999



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