Responsive image
Bernd Alois Zimmermann

Un petit rien, Das Gelb und das Grün, Omnia tempus habent, Metamorphose

Angelika Luz, Collegium Novum Zürich, Peter Hirsch

Wergo/Note 1 6671 2
(51 Min., 10/2003) 1 CD

Spiegel des Lebens waren bei Bernd Alois Zimmermann auch seine Hörspiel- Ballett- und Filmmusiken. Zimmermann hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er die Musik als selbständige Größe verstand. So tauchen die Stücke immer wieder neu zusammengestellt als Suiten, als Klavierbearbeitungen oder als Arrangements auf. Zimmermann arbeitet mit klassischen musikalischen Elementen. Aus heutiger Sicht wirklich überraschend, dass diese wenig revolutionären Stücke in den 50er Jahren in der NDR-Konzertreihe "das neue werk" in die Zeit des renommierten Redakteurs Herbert Hübner fallen! Damit bereichern diese selten gespielten Werke den Blick auf die Musikentwicklung im 20. Jahrhundert. Ergänzt wird das Programm durch die erste Vokalkomposition, mit der Zimmermann sich von der Tonalität abwandte: Omnia tempus habent - Alles hat seine Zeit.
"Un petit rien" geht auf die Komödie "Die Mondvögel" von Marcel Aymé zurck. Der Internatslehrer Valentin verwandelt seine unsympathischen egozentrischen Zeitgenossen in Vögel. Durch diese "geistige Operation" in die Vogelperspektive versetzt, gewinnen die Menschen den Blick auf das Wesentliche und kehren bei Neumond geläutert in ihr Alltagsleben zurück.
"Das Grün der Wiese hat sich in das Gelb der Sonne verliebt" so beginnt der Epilog zum surrealistischen Puppencabaret von Fred Schneckenburger, das Zimmermann später zu einem Ballett umgearbeitet hat.
Um die Reise einer jungen Frau nach Spanien geht es in der experimentellen Tradition des 20er-Jahre-Kinos "cinéma pur" - im Film von Michael Wolsinger von 1954. Impulse für Zimmermann waren die Titel "Vision, Reflexe, Kontakt, Largo, Paso und Burleske".

Margarete Zander, 28.05.2005



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Heute auf den Tag genau, am 26. Januar, wäre sie 75 Jahre alt geworden: Jacqueline du Pré, die viel zu früh verstorbene Ausnahmecellistin, Schülerin von Pablo Casals und Mstislaw Rostropowitsch. Legendär ist nicht nur ihre Aufnahme des Cellokonzerts von Edward Elgar, nein, das Werk selbst, mittlerweile beliebt im Konzertsaal, erfuhr durch du Pré erst seinen Aufschwung: Die Londoner Uraufführung am 27. Oktober 1919 war zunächst eine große Enttäuschung. Der Dirigent Albert Coates hatte […] mehr »


Top